25k Views in 48h: mit Low Budget das Maximum aus Guerilla Marketing rausholen

10.000 Views in weniger als 24 Stunden, 25.000 Views in zwei Tagen… 

Wie man so eine Hausnummer mit minimalstem Budget abzieht und dabei noch einen Höllenspaß hat, das erklärt euch heute Gastautor Philipp Jumpertz, der auch in der noch frischen Artikelreihe Untitled NGO – Der Weg zur ersten gemeinnützigen Gründung über seine Erfahrungen berichtet. Lass krachen!

Das Video unserer kleinen Guerilla-Aktion, die wir im Rahmen des Online Marketing Rockstars Festival durchgezogen haben, ging in kurzer Zeit viral.

GUERILLA MARKETING: 900 Flyer in 2,5 Stunden verteilenWer lässt sich schon gerne Flyer in die Hand drücken? Niemand. Erst recht keine Onliner. Also haben Chris und Philipp sich die Flyer einfach aus den Händen REISSEN lassen. 900 Stück in 132 Minuten.Die Hintergrundstory gibt’s hier: http://bit.ly/omr16guerilla

Posted by Smart Body on Monday, February 29, 2016

Dabei hatten wir weder Plan von Video-Produktion, noch ein großes Werbe-Budget oder viel Zeit. Aber kompletter Zufall war es auch nicht. Im Folgenden beschreibe ich, wie wir vorgegangen sind.

Wer lässt sich schon gerne Flyer in die Hand drücken? Niemand. Erst recht keine Onliner. Also haben Chris und Philipp sich die Flyer einfach aus den Händen REISSEN lassen. 900 Stück in 132 Minuten.Die Hintergrundstory gibt’s hier.

DIE VORGESCHICHTE

Auf Christian Häfner’s LetsSeeWhatWorks.com habe ich schon das Vorgehen unserer kleinen Guerilla-Aktion beschrieben. Kurz zusammengefasst: Für das Online Marketing Rockstars Festival haben wir eine kleine Flyer-Aktion vorbereitet, um die Smart Body Transformation und unsere neue Website smart-body.co zu vermarkten.

Wir haben 3 Tage vor der Messe mit der Planung angefangen, insgesamt 5 Stunden Vorbereitung reingesteckt und haben nebenbei noch einen Kurztrip an die Ostsee gemacht. Gesamtkosten Flyer + Messetickets: 99,84 €. Alles ziemlich easy und lean.

Der Witz an der Aktion war, dass sich ja NIEMAND gerne Flyer in die Hand drücken lässt. Und erst recht keine Onliner, die eilig auf dem Weg zu einer ziemlich angesagten Internet Messe sind.

Dank der Smart Body Transformation sind wir aber nunmal ganz stabile Typen und gehen auch schnell mal als Security Mitarbeiter durch. Und ganz ehrlich, wenn da morgens um 9 stabile Typen mit schwarzen Jacken und Flyern rumstehen, dann nimmst Du erstmal einen mit, egal wie digital Du bist.

Auf dem Flyer machten wir dann mit einem Augenzwinkern darauf aufmerksam, dass der Leser diesen Zettel jetzt grad nur liest, weil wir eben so stabil aussehen. Ein paar lustige Zeilen darüber warum es super ist, stabil auszusehen und dass er jetzt sicher auch stabil aussehen will. Dann die Überleitung, dass das ganz einfach zu machen ist, nämlich mit fettreicher Ernährung und 20 Minuten Training pro Woche. Am Ende noch die Website drauf, zack, fertig.

guerilla-flyer-aktion

Die Aktion lief an sich schon ziemlich cool ab. Die Flyer gingen ratz-fatz weg, die Leute haben cool reagiert und am Ende haben andere, wirklich offizielle Online Marketing Rockstars-Mitarbeiter uns noch ein OMR-Schild mitgegeben. Damit konnten wir dann am zweiten Tag noch offizieller auftreten und noch einfacherer die restlichen Flyer verteilen. Alle 900 Flyer waren nach weniger als 2,5 Stunden weg.

DIE AUFZEICHNUNG

Das Video von der Aktion ist eher zufällig entstanden. Wir hatten nicht wirklich etwas geplant und waren auch dementsprechend nicht gut ausgestattet. Am ersten Tag hat Chris einfach 2-3 Minuten mit dem iPhone gefilmt, wie ich ein paar Flyer übergeben und dämliche Sprüche geklopft habe. Ansonsten haben wir noch hier und da mit Besuchern und OMR-Mitarbeitern ein paar Selfies gemacht, aber das war’s auch schon.

Da wir am ersten Tag ja das OMR-Schild mitgenommen hatten, wussten wir, dass am nächsten Tag unser Flyerverteilen-Game strong sein würde. Daher haben wir extra ein kleines iPhone-Stativ mitgenommen, um das Spektakel in der Totalen filmen zu können. Mein iPhone hat insgesamt 8 Minuten Film aufgezeichnet, bevor es sich wegen den niedrigen Temperaturen verabschiedet hat. Mit Chris’ iPhone haben wir dann auch nochmal rund 8 Minuten gefilmt und dann war der Besucherfluss auch schon verebbt und wir sind direkt wieder nach Hause.

DIE BEARBEITUNG

Zuhause angekommen haben wir angefangen aus dem Videomaterial etwas zu basteln. Die 2-3 Minuten vom ersten Tag waren bezüglich Ton- und Bildqualität ganz ok, aber eben nur ich zu sehen. Außerdem nur sehr wenig Material. Die restlichen 16 Minuten vom zweiten Tag waren cool, Chris und ich beide in Action, aber man konnte wirklich nichts verstehen, weil das iPhone einfach zu weit entfernt war. Somit war schonmal klar, dass wir Untertitel brauchen würden, um die lustigen Situationen nachvollziehbar zu machen. So saßen wir beide da erstmal: Premiere Pro und iMovie im Anschlag, aber kein Plan von der Materie, auch keine großen Youtube-Nutzer.

Das Wichtigste: das Intro

Ich hatte irgendwann mal auf der Mediakraft-Website (ein Netzwerk, das professionell Youtube-Stars aufbaut und vermarktet) gelesen, dass es ein ganz heisser Tipp sei, die “Highlights” aus dem Video in einem kurzen Intro von 10 bis 20 Sekunden Dauer vor das Video zu schneiden. So würde man dem Zuschauer vermitteln, was ihn gleich noch erwartet und ihn eher bei Laune halten.

Da Jan Böhmermann Youtube-Star Sami Slimani in zwei kurzen, sehr sehr lustigen Videos besucht und zerstört hatte, kannte ich somit immerhin zwei Videos von einem Youtube-Star. Ich hatte also schonmal gesehen, wie sowas in der Praxis aussah bzw. wie niedrig die Messlatte für “Highlights des Videos” bei anderen hing.

Wir entschieden uns der Einfachheit halber dafür, unser Video mit iMovie zu bearbeiten und schnitten allen unwichtigen Krempel raus. Die Momente mit dem höchsten “Highlight”-Potential schnitten wir vor das Video. Jede Menge Jump Cuts reingeschnitten, (einen Begriff den ich ebenfalls nur von Jan Böhmermann kenne und grad selbst erstmal googlen musste) alles schön schnell zackig hintereinander und schon war unser Intro fertig.

MUSIK UND DAS RESTLICHE VIDEO

Chris hatte mittlerweile recherchiert, wie das mit gemeinfreier Musik abläuft und aus tonnenweise Ton-Müll ein ganz akzeptables Stück zu Tage gefördert. Musik unter das kurze Intro gelegt, ausfaden lassen, Bild-Effekt “Fade to White”, dann Musik von Neuem abspielen lassen und mit dem eigentlichen Video begonnen. Die langen Videos einfach in Zeitraffer abspielen lassen und diese lustige hektische Musik drunter, die auch immer gespielt wird, wenn sich Leute gegenseitig hinterher rennen. An ein paar Stellen, wo lustige Sachen passiert sind, kurz n Effekt reingebastelt und das Video in normaler Geschwindigkeit ablaufen lassen. Zum Ende Bild ausfaden, Logo einfaden, Musik ausfaden, fertig.

Kein Wort verstanden, also Untertitel

War schonmal ganz nice, aber nichtmal wir haben wirklich alles verstehen können, was im Video gesagt wird. Untertitel in iMovie erstellen ist erstmal ausgeschieden, weil das nur mit einem Workaround über Video-Titel geht. Wir wussten aber, dass man auf Youtube direkt im Browser Untertitel hinzufügen kann und wollten das Video ohnehin auf Youtube hochladen. Unser Channel hat ja immerhin 83 Abonennten 😀

Gesagt, getan. Nach knapp 2 Stunden waren dreieinhalb Minuten Video untertitelt. Wenn man dem Video “yt:cc=on” als Tag hinzufügt, werden die Untertitel auch automatisch angezeigt. Allerdings nicht zuverlässig auf allen Geräten. Beim Testen auf Smartphones wurden Untertitel teilweise nicht angezeigt. Ohne Untertitel war das Video deutlich unlustiger, da man wenig verstehen konnte.

Damit stand fest, dass wir die Untertitel fest ins Video packen mussten, sodass sie wirklich immer angezeigt werden. Chris kannte eine App namens HandBrake und hatte den educated guess, dass man damit genau unser Vorhaben umsetzen könnte. Also haben wir von Youtube die Untertitel-Datei runtergeladen und mittels HandBrake in unser Video hard gecodet. Beim ersten Anlauf waren die Untertitel VIEL zu groß, beim zweiten dann okay (es reicht völlig die Einstellung auf “Mittel” stehen zu lassen :)).

Bis zu dem Zeitpunkt hatten wir uns noch gar nicht wirklich überlegt, was wir mit dem Video machen wollen. Dass wir es auf Youtube hochladen war irgendwie so eine implizite Entscheidung. Klar, Videos lädt man halt auf Youtube hoch. Aber als wir da dann unser Video mit Untertitel gesehen haben, wurde der Gedanke immer stärker, dass das Video auch gut auf Facebook passen würde.

Untertitel als kritischer Erfolgsfaktor

Am Rechner lasse ich meinen Facebook-Stream im Browser von einem Plugin blocken um nicht abgelenkt zu werden. Aber fast immer wenn ich auf dem Handy Facebook checke, werden mir zuerst Videos angezeigt, mit denen irgendjemand meiner Kontakte interagiert hat. Und nicht nur das; die Videos werden auch automatisch abgespielt. Erstmal ohne Ton, bis man draufklickt.

Mir war schon öfters aufgefallen, dass immer mehr Videos auf Facebook mit Untertiteln oder Schrift arbeiteten, vermutlich weil die ersten paar Sekunden fast jeder erstmal nur stumm angezeigt bekommt.

Unser Video hatte ja jetzt auch Untertitel, war also sogar komplett ohne Ton irgendwie ganz lustig.
Meinen allerersten Gastbeitrag hatte ich auf Facebook in ein paar Gruppen gepostet und dadurch sehr viele Menschen erreicht. Hier könnten wir das Video posten, Leute fangen an damit zu interagieren, wodurch es wiederum ihren Kontakten angezeigt wird. Diese Idee könnte aufgehen.

Das ganze haben wir übers Wochenende erledigt.

DIE DISTRIBUTION

Am Montag konnten wir dann das fertige Video hochladen. Wir waren mittlerweile viel stärker auf Facebook fokussiert als auf Youtube. Gegen Mittag stand das Video auf Facebook bereit und wir posteten es um 13:45 mit unserer Smart Body Fanpage (360 Fans). Direkt danach teilte ich das Video bei mir auf der Profilseite (480 Freunde) und in einigen Gruppen rund um die Themen Startups und Entrepreneurship.

Diese Kanäle haben es gebracht

In den ersten paar Stunden tat sich fast gar nichts. Ein paar Likes und Hundertirgendwas Views. Doch gegen Nachmittag nahm es plötzlich an Fahrt auf. Die Zahl der Interaktionen stieg an. Sowohl auf der Fanpage und auf meinem Profil, als auch in einigen der Gruppen.

In einigen Gruppen tat sich gar nichts, aber in anderen wurde geliked und kommentiert. Das Schöne daran ist, dass ein Post, mit dem interagiert wird, auf der Timeline der Gruppe immer wieder noch oben geschoben wird. Da das Video auch in den Gruppen automatisch abgespielt wird, zieht das natürlich die Aufmerksamkeit auf sich und erhöht die Chance, dass andere Gruppenmitlieder interagieren. Mit etwas Glück wird der Post so über längere Zeit immer wieder nach oben gespült.

Wenn der Post trotzdem mal nach unten rutschte, konnten wir ja auch einfach selber kommentieren. Und wenn wir nichts zu kommentieren hatten, haben wir einfach ein ulkiges GIF in die Kommentare gepostet. Dennoch muss man davon ausgehen, dass nur ein Bruchteil der Gruppenmitglieder so einen Post auch wirklich sehen.

In den Gruppen Deutsche Startups (7,3k Mitglieder), Gründermagnet (8k) und Hamburg Startups (2,6k) gab es Likes und Kommentare, was vermutlich unterm Strich einige Hundert, vielleicht sogar Tausend Views gebracht hat.

Interessant fand ich es, als plötzlich auch “entfernte” Facebook-Freunde, also Leute mit denen man NIE was zu tun hat, auf das Video reagierten. Dass ihnen das Video überhaupt angezeigt wurde, bestätigte meine ursprüngliche Annahme, dass Videos einem mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit als beispielsweise Foto- oder Text-Posts angezeigt werden, sobald ein Freund mit dem Post interagiert.

Außerdem werden dem Nutzer – zumindest mobile – nach einem angesehenen Video gleich noch nahtlos weitere, ähnliche Videos angezeigt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir über diese Funktion zwischenzeitlich auch noch einige Views bekommen haben.

Als ich merkte, dass das Video an Fahrt aufnahm, boostete ich den Post noch mit einem Budget von 50€, optimiert auf Views, Laufzeit 2 Tage. Im ersten Versuch wurde die Werbung erstmal abgelehnt, weil ich die Zielgruppe auf 16+ gesetzt hatte, es aber wohl nur an über 18-Jährige ausgespielt werden durfte. Im nächsten Anlauf klappte es dann und am nächsten Tag gegen Mittags setzte die Werbung ein. Ganz am Ende des Artikels beschreibe ich noch, welche Kanäle es nicht gebracht haben.

ERGEBNISSE

Als das Boosting einsetzte hatten wir organisch schon fast 10k Views. Doch wenn man in der Statistik den orange-gelben Balken betrachtet, sieht man wie viel nochmal zusätzlich durch die 50€ Budget gekommen ist.

Guerilla Marketing Officeflucht

 

Insgesamt wurde der Post 74k Personen angezeigt und das Video über 27k mal angeschaut.
Für ein Low Budget Video (paar Stunden Arbeit) über eine Low Budget Aktion (paar Stunden Arbeit + 100€) mit einem Low Budget Facebook-Werbeetat (paar Minuten Arbeit + 50€) ist das glaube ich ganz okay.

Abgesehen von der recht großen Reichweite, hat uns die ganze Aktion auch einige Türen geöffnet. Unser Problem war bis jetzt eigentlich immer, dass in der Startup-Szene niemand über uns etwas wusste. Obwohl wir ja schon eine Weile im Internet aktiv sind, sind wir immernoch Nobodys. Mit der Aktion haben wir jetzt mal ein bisschen auf uns aufmerksam machen können und ein paar neue Kontakte geknüpft.

Gleichzeitig ist sowas ein ganz guter Anlass Journalisten zu kontaktieren und einfach mal ihre Meinung zu hören. Neben einigen Journalisten, mit denen ich schon in Kontakt stand, (beispielsweise der liebe Mathias Jäger) hatte ich jetzt auch mal einen Aufhänger Falk Hedemann von T3N zu kontaktieren.

falk-hedemann
Nicht nur, dass Falk Hedemann jetzt weiss, wer ich bin, er liked sogar unseren Kram! Als allererster! OMG OMG OMG!!

falk-hedemann
Übrigens hatte Falk ja vorgeschlagen, die Online Marketing Rockstars mal zu kontaktieren. Mit dem Schild hatten wir ja einen ganz guten Aufhänger. Das hatten wir auch schon längst auf mehreren Wegen versucht. Zum einen haben wir in den Facebook-Event ein Foto mit dem Schild gepostet und Ober-Rockstar Philipp Westermeyer in dem Beitrag verlinkt. Zusätzlich hatte ich Christian Häfners Post über unsere Aktion kommentiert. Da Christian mit Philipp befreundet ist, konnte ich ihn dort ebenfalls verlinken.

Und wo ich schon dabei war, hab ich auch gleich noch Oliver Rößling verlinkt, der ebenfalls mit Christian befreundet ist. Oliver ist Hamburger Startup-Größe und Veranstalter der 12mins.me, auf die wir ausdrücklich eingeladen werden wollten.

Online Marketing Rockstars

Was dann auch geklappt hat.

Außerdem wurde durch das Video das sehr coole Gute Leute Magazine auf uns aufmerksam, was sich durch einige Likes bemerkbar machte. Einfach kurz auf Facebook angeschnackt, wenig später eine Antwort bekommen und jetzt werden wir in einer der nächsten Ausgaben gefeatured.

LESSONS LEARNED

Ohne große Erfahrungswerte vorweisen zu können, würde ich vom Gefühl her sagen, dass auf Youtube steter Tropfen den Stein höhlt und du irgendwann mit vielen Abonnenten und hoher Interaktionsrate mal ein bisschen virale Effekte abgreifen kannst. Auf Facebook hingegen geht es gefühlt viel stärker um den Inhalt des einzelnen Videos und darum am Anfang etwas Traktion zu generieren. Und um die zu generieren ist man im Gegensatz zu Youtube aber nicht auf eine langjährig aufgebaute Followerschaft angewiesen.

Bei der Aktion haben wir uns mehr als nur ein Mal gewünscht wir wären im Besitz eines Selfie-Sticks, einer GoPro oder gar vernünftigen Mikrophonen.

Und wenn man schon kein Equipment, sondern nur Smartphones hat, sollte man beim Filmen zumindest mit einem zweiten iPhone eine Sprachnotiz aufzeichnen, um später besseren Ton zu haben.

DIESE KANÄLE HABEN ES NICHT GEBRACHT

In einigen Gruppen gab es keine einzige Interaktion. Und bei genauerer Betrachtung hatte auch sonst praktisch keiner der Posts irgendeine Interaktion. Diese Gruppen sind einfach tot. Dazu gehören nach meiner Erfahrung Cologne Startups (3,5k Mitglieder) und Startups Berlin (3,7k). Ist auch nicht weiter verwunderlich: Jeder Beitrag in Startups Berlin wartet erstmal stundenlang auf die Freischaltung durch Admin Ira S. Hafner bzw. Iris S. Hafner.

Also ne, ich hab echt kurz überlegt und versucht mich zusammenzureissen, aber ich kann es nicht unterdrücken.

MEIN RANT ÜBER DIE GRUPPE STARTUPS BERLIN UND IHRE MODERATORIN IRA IRIS S. HAFNER

Ich muss mich jetzt kurz aufregen: Also allein der Name macht mich schon verrückt. Die Vanity-URL lautet “facebook.com/iris.s.hafner”. Der Name auf Facebook dann “Ira S. Hafner”. Und direkt darunter (ist glaube ich das Spitznamen-Feld) steht dann nochmal der scheinbar echte Name “Iris S. Hafner”. Bin ich der einzige der sich über sowas aufregen kann?

Profilbilder sind ein buntes Potpourri aus Stock Photos, Mangabildern und Tomb Raider. Und ein Hase.

Die Titelbilder nicht besser: Aktuelles Titelbild ist eine Computergrafik, die einen einzähnigen Schneemann inmitten einer Sommerwiese zeigt, der gerade eine Pusteblume in der Hand im Stock hält, während eine dicke Hummel die Sonne verdeckt. WTF?

Start Ups Berlin

Das vorletzte Titelbild ist so ein derbe düsteres Landschaftsbild und könnte aus dem Layout eines EMP-Mailorders entnommen sein, oder als Vorlage für ein Underground-Emo-Metal-Pop-Demotape dienen. Kein Kommentar.

Und das vorvorletzte Titelbild zeigt einen Ladebalken mit der Beschriftung “Kritik zur Kenntnis genommen… …Ignoriervorgang eingeleitet!”. EY! So jemand, der Kritik mit Ignoranz begegnet und darauf auch noch stolz ist, ist dann einfach mal Admin und Moderator von der Gruppe Startups Berlin mit fast viertausend Mitgliedern. Also das ist schon Trolling auf allerhöchstem Niveau. Da kann sogar Money Boy in Sachen Trolling noch was lernen.

Egal. Fazit: kein Wunder, dass in der Gruppe nichts geht.


Ebenfalls ein Griff ins Klo war der Post in der Gruppe Unternehmerkanal. Dort wurde ich scheinbar einfach kommentarlos gebannt. Die Admins scheinen unsere Aktion wohl nicht so cool gefunden zu haben.
unternehmerkanal

Ein weiterer Kanal, der es nicht gebracht hat: Youtube. 120 Views. Klar, unsere 83 Abonennten sind im Vergleich mit 360 Fans und nochmal mehreren Hundert Facebook-Freunden nicht viel. Und klar, hätten wir anstatt das Video direkt auf Facebook hochzuladen, dort das Youtube-Video gepostet, wären es wohl ein paar mehr Views geworden.

Aber da Youtube-Videos auf Facebook nicht automatisch abgespielt werden und vermutlich durch den Algorithmus auch weit weniger viral an Nutzer ausgespielt werden, würden wir jetzt vermutlich maximal über 1-2k Views und nicht über 27k Views sprechen.

Hat was gebracht: Deutsche Startups (7,3k), Gründermagnet (8k), Hamburg Startups (2,6k)
Gebannt: Unternehmerkanal (0)
Nichts gebracht: Cologne Startups (3,5k), Startups Berlin (3,7k)
Nicht zugelassen: Berlin Startups (23,5k)

Zeitlicher Verlauf:

2016-02-29 13:45 Posting
2016-03-01 13:10 10k Views
2016-03-01 21:14 20k Views
2016-03-02 13:23 25k Views

Damit hätte ich jetzt auch die Kanäle, die nichts gebracht haben, behandelt. Mein Fazit bzw. meine Lessons learned habe ich ja bereits im letzten Abschnitt zusammengefasst. Daher bleibt mir an dieser Stelle nur noch folgendes zu sagen: Krass, Du hast Dir echt alles bis hier durchgelesen!? 🙂 
Dann lass uns doch Freunde werden, wir beissen nicht. Du kannst Chris, Lucas und mich einfach auf Facebook adden oder die Smart Body Fanpage liken 🙂
work smart, not hard.
6 Comments
  • Julia
    Veröffentlicht um 13:25h, 19 März Antworten

    Sehr sehr coole Aktion und echt ein guter Erfolg mit dem Video. Die Idee ist echt gut und clever umgesetzt. Schwarze Klamotten hab ich auch, aber ob die bei mir so eine Wirkung haben? 😀 Ich hab da wohl auch eher ein anderes Zielpublikum, aber was soll’s, die Idee ist cool.
    Viel Erfolg weiterhin,
    Julia

  • Michael
    Veröffentlicht um 13:59h, 19 März Antworten

    Es gibt ja den Unternehmerspruch:“im Umsatz kann man sich sonnen, aber leben muss man vom Gewinn!“
    Das kann man auf Likes und Views ausdehnen und auch für Werbung gilt eine ähnliche Weißheit, dass sie keine Preise gewinnen muss, aber am Ende besser verkaufen muss.
    Natürlich kann man das auch anders betrachten, ein beliebtes Argument von denen, die die Kosten zu verantworten haben.
    Nun zeichnet sich ja Guerillawerbung durch Lowbudget aus, aber ich sehe auf dem Foto 6 Personen, die ja auch ihre Zeit einsetzen und was ich hier lese kostet alles Zeit.
    Auch wenn etwas Spaß macht, darf man Zeit= Geld-Betrachtungen nicht aus den Augen verlieren.
    Was ist denn jetzt konkret an Umsatzsteigerungen signifikant messbar bei der Aktion rumgekommen?
    Ich hatte auch mal so eine Aktion, wo ich in New York City am Times Square für Sekunden Werbung für unseren Online-Shop auf auf die große Leuchtwerbefläche bekommen habe. Aufwand: 10$ für eine Unterhose, die ich fairerweise als Erinnerung behalten habe.
    http://www.hausschuhexperte.de/Hausschuhe-HAFLINGER-Hausschuhe-in-New-York.html
    Da kann man sich feiern lassen aber entscheidender ist, dass man mit gewöhnlichem Marketing kostengünstig echte Kunden der Zielgruppe erreicht. Da bin ich mir bei Eurer Aktion nicht so sicher????.

    Ich überlege aber momentan für einen caritativen Zweck ein virales Marketing zu entwickeln und fühle mich durch Euren Beitrag inspiriert. Danke dafür!

    • Philipp
      Veröffentlicht um 21:42h, 19 März Antworten

      Hey Michael,
      Danke für Dein ausführliches Feedback.
      Ja, bei der Auswahl von Metriken ist Gewinn natürlich immer das Totschlagargument. Von Likes alleine kann (erstmal) niemand leben. Aber das bedeutet eben nicht, dass Likes und Views deswegen zu vernachlässigen sind.

      Bei unseren ersten Versuchen Pressearbeit zu machen haben wir sehr stark gemerkt, dass wir in der Startup-Szene weitestgehend unbekannt sind. Das zu ändern ist der erste Schritt und da war unsere Aktion ein wichtiger Bestandteil. Gewinn ist eben nicht für jede Aktion die einzig wahre Metrik und Entscheidungsgrundlage. Wir bauen hier keine generisches SEO-Projekt auf (mit denen ich übrigens einen Großteil meines Lebensunterhaltes bestreite). Wir bauen Sichtbarkeit und Branding für unser Projekt und uns als Personen auf.

      Ich finde dafür ist beispielsweise die Startup-Tour von Christian zum Launch von Fastbill auch ein schönes Beispiel.

      Zu guter Letzt kann ich Dich beruhigen: wir haben die Aktion vor Ort zu zweit durchgezogen. Alle anderen Personen auf den Bildern sind offizielle Mitarbeiter der Messe oder Besucher.

      Beste Grüße
      Philipp

      PS: eine Metrik habe ich übrigens – zu Unrecht – nicht erwähnt: Durch das Video ist sowohl meine Tinder-Match-Quote als auch mein Facebook-Game mit den Mädels deutlich gestiegen. Und ist es nicht letztlich die Liebe, die durch nichts, vor allem nicht durch Geld (also Gewinn), zu ersetzen ist? 😀

  • Michael
    Veröffentlicht um 22:22h, 24 März Antworten

    Okay, wenn das Ziel auch darin besteht, in der Liebe Fortschritte zu machen und als Person bekannter zu werden, dann kann man es als Erfolg werten.????

    Wenn meine geplante Aktion nicht zu dem gewünschten Spendenaufkommen führt, habe ich ja schon mal einen guten Ansatz, es trotzdem als Erfolg zu werten, weil mein Hund Carl Otto (www.post-von-carl-otto.de) mehr Verehrerinnen bekommen hat????.

  • Ava Felsenstein
    Veröffentlicht um 15:14h, 21 April Antworten

    Moin! Find immer Aktionen genial, die mit wenig finanziellem Aufwand hinhauen. Erinnert mich an die Kartoffelsalat-Crowdfunding Aktion, die dann irgendwie in Arbeit aber auch Aufmerksamkeit ausartete. Da kann man später, dank der vielen Kontakte, ja alles mögliche an Ideen dranhängen….

    Ich rätsele gerade, wie viel es mich kosten würde, meine recht „normale“ Seite in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Zumal ich in nem Kaff sitze, wo ich mit 900 Flyern wahrscheinlich die gesamte mobile Einwohnerschaft an einem Tag abdecken könnte.. 😀

    Vllt. sind bei mir Flyer nicht das Richtige, aber die gesamte Aktion inspiriert mich schon, YT ist schon so ein Schlüsselding. Mal grübeln…..

    Danke fürs Inspirieren! 😀
    Ava

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