Gütesiegel beantragen

07 Okt Label-Salat – Nutzen & Notwendigkeit von Gütesiegeln15 min read

TÜV, RAL, CE, GS – die Aneinanderreihung von Gütesiegeln könnte eine (weniger rhythmische) Variante des Fanta-Vier-Songs „MfG“ ergeben. Und beide hinterlassen ein ähnliches Gefühl: Man verliert in der Begriffs-Masse schon mal den Überblick.

Den verschaffen wir uns jetzt. Im ersten Teil dieses Artikels lernen wir, was es mit Gütesiegeln so auf sich hat. Später gehen wir auf die angeschnittenen Themen konkreter ein.

WIE, WO, WAS, GÜTESIEGEL

Gütesiegel kleben als Sticker auf Produkten, sind in das Design von Verpackungen integriert, springen uns beim Onlinekauf durch den Bildschirm an oder haften an Urkunden. In jedem Fall handelt es sich um eine grafische oder schriftliche Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen. Die dem Verbraucher signalisiert: Hier erhalte ich eine bestimmte Form von Qualität.

Es gibt unzählige Label. Allein in Deutschland ist die Rede von über 1.000 Gütesiegeln. Sie stehen dafür, dass beispielsweise in der Produktion nachhaltige, gesundheitliche, sicherheitstechnische oder ökonomische Eigenschaften eingehalten werden – in manchen Fällen auch bestimmte Sicherheitsanforderungen oder Umwelteigenschaften.

Schließt sich die Frage an, wer sich das Biosiegel auf den Apfel kleben darf. Das bestimmen, je nach Bereich, verschiedene Institutionen oder externe Prüfstellen. Die schicken einen Erstprüfer vorbei, danach gibt es eine regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachung, ob man die Richtlinien auch einhält, für die das Siegel steht.

Gütesiegel sind außerdem in Kategorien aufgeteilt. Hier eine kleine Auswahl:

  • Arbeitswelt und Büro
  • Bauen und Wohnen
  • Bekleidung und Schuhe
  • Betriebsabläufe
  • Energie und Strom
  • Essen und Trinken
  • Gesundheit
  • Haus- und Elektrogeräte
  • Internet und IT
  • Kosmetik
  • Sanitär
  • Natur und Garten
  • Sport und Spiel
  • Tourismus und Mobilität

GÜTE-BEGRIFFE

Im Sprachgebrauch werden dir Gütesiegel in Form von verschiedenen Begriffen begegnen: Qualitätssiegel, Gütezeichen, Label – oder daraus wachsende Wortneuschöpfungen. Kein neues Geschöpf, aber etwas verwirrend, ist im Kontext unseres Themas dieser Begriff hier: das „Prüfzeichen“.

Zwischen Gütesiegel und Prüfzeichen verschwimmen die Grenzen nämlich ein wenig. Wikipedia hat mir das so erklärt:

Die sprachliche Unterscheidung zum Prüfzeichen oder auch Prüfsiegel ist nicht festgelegt, eine Abgrenzungsmöglichkeit ergibt sich daraus, dass Güte- oder Qualitätszeichen eine besondere Gebrauchsqualität oder Komfort repräsentieren sollen, während Prüfzeichen eher auf die geprüfte Einhaltung von sicherheitsrelevanten Eigenschaften hinweisen. Teilweise ergeben sich auch Überschneidungen beider Zielrichtungen.

So ganz auseinander halten können wir die beiden also nicht. Vielleicht hilft es, wenn wir uns merken: Gütesiegel stehen für eine definierte Qualität, die zum Beispiel ein Bioapfel erfüllt. Bei Prüfzeichen kommt es dagegen auf eingehaltene Sicherheitsaspekte an, die unter anderem bei technischen Geräten wichtig sind. Beides, Qualität und Sicherheit, sollte im Interesse von Verbrauchern und Herstellern liegen, weswegen wir hier im Gemeinschaftstopf der Güte- und Prüfzeichen rühren werden.

Leider haben wir damit noch nicht zu Ende begriffs-definiert. Es gibt nämlich noch weitere Unterscheidungen:

  • Produkte und Dienstleistungen, die ein Umweltzeichen oder Ökolabel tragen, kennzeichnen besondere Umwelteigenschaften. Das Label garantiert, dass Herstellung, Nutzung und Entsorgung „umweltfreundlich“ sind. Umweltfreundlich kann bedeuten, dass auf Einzelaspekte geachtet wird (chlorfreies Bleichen) oder auch ganzheitliche Umweltaspekte in die Kontrolle fallen. Manchmal geht es sogar, um den kompletten „Lebensweg“ eines Produkts.
  • Noch einen Schritt weiter gehen Nachhaltigkeitslabel: Bei der Verarbeitung wird auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Gesichtspunkte geachtet. Es soll also zukunftsfähig gewirtschaftet werden.
  • Regionalzeichen beziehen sich auf die Herkunft. Allerdings ist „Region“ in diesem Sinne nicht geschützt, also können Stadt, Landkreis oder auch das Bundesland gemeint sein. Und: Es kann sich bei zusammengesetzten Produkten auch bloß um einzelne Bestandteile handeln. Der Produktionsort kann Buxtehude sein, wenn das Ding in Freiburg als regional bezeichnet wird. Nichts für ungut.
  • Einrichtungen wie die Stiftung Warentest oder Öko-Test bezeichnet man als Test-Label. Sie prüfen Produkte nach einem eigenen Kriterienkatalog und veröffentlichen diese in ihren Medien.

MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN VOM STAAT

Gütesiegel (und wie gehabt Prüfsiegel) funktionieren im Prinzip wie jedes andere Branding. Bei den Symbolen handelt es sich oft um eine Wort-Bild-Marke. (Hier mein detallierter Guide zur eigenen Marke) So wie wir für unsere eigene Marke einen Mehrwert schaffen wollen, so soll durch das Label ein Wiedererkennungswert unter dem Deckmantel einer bestimmten Qualität entstehen – und eine Abgrenzung zur Konkurrenz (der wir natürlich wünschen, dass sie labellos und nackig rumläuft).

Aber nackte Produkte sind immer seltener. Einerseits, weil Hersteller das Gütebranding haben wollen. Aber auch, weil es gesetzliche Regelungen für bestimmte Produkte gibt, die Label A oder Prüfsiegel B tragen müssen, um legal auf dem Markt vertrieben zu werden. 

Gütesiegel

Beispiel: Bioäpfel müssen bald das EU-Biosiegel mit grünem Blatt und weißen Sternen tragen. Und auch Spielwaren sind zum CE-Siegel verpflichtet (später aber mehr).

Die Regelungen der staatlich getragenen Siegel können also auf ein bestimmtes Land zutreffen – aber natürlich auch auf EU-Gütesiegel, deren Bestehen durch EU-Verordnungen legitimiert wird. Hier wird geregelt: a) Zweck des Siegels, b) wer wem die Gütesiegel-Krone aufsetzen darf, c) und wer somit die weitere Kontrolle durchführt, um die Krone zu polieren sowie d) welche Kriterien dafür überhaupt erst einmal erfüllt werden müssen.

Der Vorteil von staatlichen Gütesiegeln: Die Transparenz ist groß, weil die Kriterien im Gesetzestext verankert und damit für alle verfügbar sind.

ENTSTEHUNG VON GÜTESIEGELN

Staatliche Gütesiegel sind natürlich wichtig, weil wir uns mit unserem Produkt im legalen Rahmen bewegen wollen. Trotzdem ist das Gros der Siegel privatwirtschaftlich getragen. Das ist besonders interessant, weil das Gesetz hier nur mit einzelnen Paragraphen interagiert – eine Gütezeichenverordnung oder gar ein Gütezeichengesetz gibt es nicht. Sprich: Gütezeichen können von dir, mir, jedem kreiert werden (als Unternehmen).

Ran ans Werk haben sich deshalb sicher schon einige Hersteller und Anbieter gedacht und sich zum Beispiel in einer Gütegemeinschaft selbst ein Siegel geschmiedet. Im positiven Sinne, um gemeinsam für Qualität zu bürgen. Im negativen, um sich selbst die Weste weiß zu waschen. Letzteres bezeichnet man auch als Greenwashing (Pfui!); Gütesiegel werden dann also bewusst als Marketinginstrument genutzt. Gut geht das mit „öko“, da es sich hierbei nicht um einen geschützten Begriff handelt (im Gegensatz zu „bio“).

Unser Fazit an der Stelle also: Das Logo selbst enthält keine Aussage darüber, ob ein Siegel eine besondere Qualität aufweist. Auch nicht, wenn es ganz arg schön aussieht.

QUALITÄTSPRÜFUNG

Ganz egal ist es trotzdem nicht, was unter den Güte- und Prüfsiegelarten noch so gedeiht. Immerhin gibt es auch unabhängige Prüfstellen, die den Labeln auf den Zahn fühlen. Von Stiftung Warentest und Öko-Test war ja schon die Rede. Dazu kommen noch diese beiden Internetseiten:

Label Online überprüft Gütesiegel nach:

Anspruch: Nach welchen Kriterien wird beurteilt?

Unabhängigkeit: Sind anerkannte und unabhängige Institute bei der Festlegung der Kriterien beteiligt?

Überprüfbarkeit: Erfolgt eine Kontrolle durch anerkannte und unabhängige Institute?

Transparenz: Werden alle Kriterien und Bewertungsmaßstäbe offengelegt?

TEIL 2: SOLL ICH JETZT…?

Jetzt wollen wir etwas konkreter werden. Immerhin brennt den Amazon-FBA-lern unter uns die Frage auf der Zunge: Soll ich als Hersteller auch in der Gütesiegel-Prüfzeichen-Suppe mitrühren?

Welchen Nutzen haben Gütesiegel für Unternehmer?

  • Qualität: Für Unternehmen sind Gütesiegel von Nutzen, weil sie damit ausstrahlen: Mein Produkt wird von unabhängiger Seite überprüft. Das ist also ein ähnlicher Effekt, wie wenn man bei Hostelworld die Bewertungen der ehemaligen Gäste durchliest.
  • Wettbewerb: Gerade, wenn es auf dem Markt mehrere ähnliche Produkte oder Dienstleistungen gibt, die einen ähnlichen Preis haben, kann man sich mit einem Gütesiegel von der Masse abheben.
  • Kleine Produzenten ohne starke Marke profitieren von der Bekanntheit des Siegels.
  • Interne Nutzen: Wer ewig dieselben Prozesse abwickelt, wird irgendwann betriebsblind. Ein externer Prüfer schaut mit frischen Auge auf die Prozesse und findet eventuell noch Fehler.

GÜTESIEGEL IM VERGLEICH

gs-zeichen-gepruefte-sicherheit

 

Das Gütesiegel GS garantiert die Sicherheit von technischen Produkten. Hier könnte man, wie schon erwähnt, also auch von einem Prüfzeichen sprechen. Das Siegel soll beurteilen, ob durch das Gerät Gefahr für die Gesundheit von Menschen besteht oder andere Rechtsgüter beschädigt werden könnten. Wer das Zeichen vergeben darf, regelt das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG). Häufig wird es von unabhängigen Prüfstellen wie dem TÜV vergeben.

 

Fazit: Das GS-Zeichen ist ein guter Anhaltspunkt für Verbraucher, ob er das Produkt kaufen soll oder nicht. Es lässt erkennen, dass es sich um ein sicheres Produkt handelt.

Fakten:

  • Sicherheitszeichen
  • staatlich getragen
  • keine Pflicht
  • Vergabe: geregelt durch das ProdSG, z.B. vom TÜV

ce

Das CE-Zeichen ist für Spielzeuge in der EU Pflicht. Allerdings ist die Sache etwas konfus, da es keine überprüfte Sicherheit eines Produktes gewährleistet, weil es keiner externen Kontrolle unterliegt. Es kann einfach von jedem Unternehmen genutzt werden, das von sich behauptet, die Produktsicherheit nach den EU-Richtlinien zu überprüfen. Äh sorry, muss. Nicht kann.

Fazit: Das CE-Zeichen ist für Verbraucher eher irrelevant. Rein rechtlich handelt es sich um kein Gütesiegel, sondern dokumentiert nur, dass eine Ware, die innerhalb der EU verkauft werden soll, den gesetzlich zulässigen Mindestanforderungen behauptet zu entsprechen.

Fakten:

  • Pflicht für Spielzeug
  • keine externe Kontrolle
  • soll Richtlinien der EU einhalten

Gütesiegel

TÜV kennen die Autobesitzer unter uns. Die Abkürzung steht für Technischer Überwachungsverein. Konkreter: Es handelt sich um eine technische Prüforganisation, die Sicherheitskontrollen durchführen. Dazu gehören auch Kontrollen, die durch staatliche Gesetze vorgeschrieben sind.

In Deutschland sind die Gesellschaften in TÜV Süd, TÜV Rheinland, TÜV Nord TÜV Thüringen und TÜV Saarland unterteilt. Alle haben dieselben Aufgaben: Kfz-Überwachung, Fahrerlaubniswesen, Geräte- und Produktsicherheit.

Fazit: Die Kriterien für die Vergabe des Labels werden von unabhängigen Stellen mitentwickelt. Das macht die Sache glaubwürdig, zumal auch der Vergabeprozess transparent ist. Es gibt umfassende und regelmäßige Kontrollen – verstößt ein Unternehmen gegen die Kriterien, werden ihm Sanktionen auferlegt.

Fakten:

  • Aufteilung in Holdings
  • Aufgabe ist die Überprüfung von Sicherheit
  • strenge Kontrollen
  • TÜV vergibt z.B auch das GS-Zeichen

BEILSPIEL BABYPRODUKT

Knüpfen wir uns ein Beispiel vor. Du willst Kinderspielzeug an den Amazonmann bringen. Hier gibt es eine ganze Auswahl an Gütesiegeln, die für dein Produkt eventuell erstrebenswert sein könnten.

Spielzeug

Im Spielzeugbereich ist das CE-Siegel wie gehabt Pflicht. Das GS-Zeichen und auch TÜV Rheinland übernehmen zum Beispiel die Schadstoffprüfung, die durch zum Teil durch Gesetze geregelt ist. Außerdem gibt es noch Spiel gut, ein Arbeitsausschuss, der überwiegend ehrenamtlich arbeitet. Hier geht es nicht um bestimmte Schadstoffe, sondern um den pädagogischen Spielwert.

Textiles Spielzeug

Mit dem Siegel G.O.T.S. (Global Organic Textile Standard) wird alles abgedeckt: die gesamte Produktionskette von den Rohstoffen bis hin zum Endprodukt wird darauf überprüft, ob die Produkte Schadstofffreiheit, Umweltschutz und soziales Verhalten der Unternehmen nachweisen kann. Ein Produkt muss zum Beispiel mindestens aus 90 Prozent Naturfasern bestehen, außer Socken, Leggins und Sportbekleidung. Genetisch veränderte Organismen wie genetisch modifizierte Baumwolle sind ein absolutes Tabu. Und auch Schwermetalle sind gestrichen, wenn man das G.O.T.S. auf sein Produkt kleben möchte.

Weniger streng ist das Siegel Öko-Tex Standard 100. Hier werden Textilien auf einen genau definierten Katalog von Schadstoffen untersucht – aber nicht auf Umwelt- und soziale Aspekte.


blauer_engel

Der blaue Engel zeichnet Produkte aus, die Naturfasern aus biologischem Anbau verwenden und frei von Duftstoffen, Flammschutzmitteln oder optischen Aufhellern sind. Außerdem werden sie auf weitere Schadstoffe getestet. Von der Theorie in die Praxis: Es gibt noch kein textiles Spielzeug, das mit dem blauen Engel ausgezeichnet ist, dasselbe gilt für das G.O.T.S.

Holzspielzeug

Auch hier zeichnet wieder der blaue Engel Produkte aus. Die müssen frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutzmitteln und Holzschutzmitteln sein und das Holz selbst muss aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Und auch weitere Schadstoffe werden getestet. Tatsache: Es gibt kein Holzspielzeug, das mit dem blauen Engel ausgezeichnet ist.

Elektronisches Spielzeug

Da Kinder auch schon Technik im Regal haben, vergibt auch der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. vergibt sein Siegel. Das zeichnet elektronische Sicherheit „bei sachgemäßem Gebrauch“ aus. Schadstoffe oder pädagogische Kriterien werden nicht berücksichtigt.

LOS GEHT’S: ICH WILL EIN GÜTESIEGEL

Wenn du weißt, welches Gütesiegel für dein Produkt erstrebenswert ist, schau auf die offizielle Homepage und informiere dich auf der jeweiligen Seite, was zu tun ist.

Hier fasse ich dir allgemein zusammen, was das gängige Prozedere ist, wenn du ein Gütesiegel brauchst:

1. Teilnahme

Informiere dich, ob es ein Pflichtsiegel wie das CE-Siegel für Spielzeug auch für dein eigenes Produkt gibt. Es wird zwischen freiwilligen und Pflichtlabel unterschieden. Außerdem gibt es Siegel, die Tests unterlaufen müssen und welche, die man einfach so bekommt. Außerdem gibt es kostenpflichtige und kostenlose Gütesiegel.

2. Gütesiegel beantragen

Die meisten Qualitätssiegel werden wie gesagt durch Gütegemeinschaften vergeben. Das Siegel bezieht sich entweder auf einzelne Produkte und Dienstleistungen – oder auf das Gesamtgebot deines Unternehmens. Werde dir darüber klar, was du benötigst. Sicher geben dir die jeweiligen Vereine hier auch Auskunft.

Den Antrag für ein Gütesiegel findest du hier.

3. Ablauf

Die Branchengemeinschaft nennt dir die Bedingungen. Danach wirst du dich verpflichten müssen, neutrale Prüfer zur Kontrolle in den Betrieb zu lassen.

– Erstprüfung in Ihrem Betrieb durch neutrale Sachverständige

– Prüfer kommen von amtlichen Materialprüfstellen oder staatlichen Prüfinstituten

– Nachweis innerbetrieblicher Qualitätskontrolle

– Produkte und Betrieb müssen die Anforderungen der Gütegemeinschaft erfüllen

– Mindestens einmal jährlich unangemeldete Kontrolle

– Kosten der Prüfung gehen zu Lasten des Betriebes

– Verstöße werden mit Strafen von Mahnung über Bußgeld bis zum Entzug des Gütezeichens geahndet

4. Was kostet das Gütezeichen?

Das ist unterschiedlich. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem jeweiligen Produkt. Und jede Gütegemeinschaft setzt die Gebühren anders zusammen.

5. Es gibt kein Gütesiegel für mich

Eine Möglichkeit besteht wie gesagt darin, als Unternehmen selbst ein Gütesiegel zu schaffen. Am besten als Gemeinschaft mit anderen Unternehmen. Ausprägungen dieser Zusammenschlüsse können der lose Verbund sein, der nur ein gemeinsames Siegel nutzt. Oder auch ein Dachverband, der nach außen gerichtet schon eher wie eine Marke als ein Gütesiegel auftritt.

GLAUBWÜRDIGKEIT VON GÜTESIEGELN

Wer ein Gütesiegel für sein Produkt möchte, hat also zu tun – egal ob für die Beantragung eines bestehenden oder für die Schaffung eines neuen Siegels. Stellt sich die Frage, wie wichtig der Effekt von Siegeln für den Verbraucher ist.

Wir hatten ja schon angesprochen, dass Siegel wie eine Marke funktionieren. Ob tatsächlich mehr Leute zu einem Siegelprodukt greifen als zur labellosen Konkurrenz, ist nicht erwiesen. Wie bei allen unternehmerischen Entscheidungen appelliere ich an den eigenen Menschenverstand. Versetze dich in die Lage des Verbrauchers. Welche Label fallen dir für dein eigenes Produkt spontan ein? Welche Label tragen die Produkte zum Beispiel auf Lebensmitteln, die du kaufst? Und wenn du ein absoluter Labelkäufer bist, kannst du auf Labelonline ja jetzt überprüfen, ob es das hält, was du dir davon versprichst.

Work smart, not hard.

Unterschrift

13 Comments
  • Daniel
    Veröffentlicht um 07:57h, 08 Oktober Antworten

    Wie gehe ich vor wenn ich Schmuckprodukte aus Holz verkaufen möchte? Wie kann ich herausfinden welche Zertifikate ich brauche?

    • Bastian
      Veröffentlicht um 02:44h, 21 Oktober Antworten

      Hey Daniel,
      ich denke dafür ist kein Zertifikat verpflichtend. Aber gewisse Tropenholze dürfen z.B. nicht importiert und hier verkauft werden. Mehr kann ich dir dazu leider nicht sagen.

      Beste Grüße

  • Mike
    Veröffentlicht um 13:10h, 10 Oktober Antworten

    Hey Basti,
    Besitzt du für alle deine Amazon-Produkte ein CE-Zertifikat? Falls nein, was tut man, wenn man doch danach gefragt wird?

    Ich frage deshalb, da ich eine Lieferung kleiner „elektro-/spielzeug-freier“ Artikel (Plastikzipper für Ausweise/Schlüsselbund/Skikarten + eigenes Logo darauf) aus China habe, meiner Meinung zwar aus ungefährlichem ABS Plastik, jedoch kann die herstellende Firma keine Zertifikate vorweisen. Was würdest du mir in meiner Situation raten.. es trotzdem verkaufen? Bzw. wer könnte überhaupt nach einem CE-Nachweis fragen, ist dies überhaupt ein gängiger Abmahngrund?
    Ich wüsste auch ehrlich gesagt nicht, an wen ich mich wenden muss, um ein solches CE-Zertifikat hier in DE nachzuholen. Das Internet konnte mir nicht weiterhelfen…

    Ich freue mich über jegliche Rückmeldung, ich denke deine Erfahrung könnte mir durchaus weiterhelfen.

    freundliche Grüße
    Mike

    • Bastian
      Veröffentlicht um 02:36h, 21 Oktober Antworten

      Hallo Mike,

      nein, meine Produkte brauchen alle kein Zertifikat oder Siegel. Ich wähle meine Produkte auch bewusst so. So wenig Kopfschmerzen wie nötig 😀
      Ich würde es in deinem Fall einfach verkaufen, aber das ist meine eigene Meinung und natürlich keine wasserdichte Rechtsberatung.

      Beste Grüße

  • Nina
    Veröffentlicht um 10:58h, 19 Oktober Antworten

    Hi Bastian,

    Ein guter Beitrag und super auf den Punkt gebracht! Ich finde das Thema nicht nur aus Sicht des Amazon-Sellers, sonder auch aus der des Verbrauchers sehr interessant. Wenn schon etwas angepriesen wird, sollte man auch wissen, was wirklich dahinter steckt. Von Berufswegen kenne ich den „Label-Salat“ bereits für Lebensmittel (und solche, die es gerne wären) und dachte mir schon, dass es in der übrigen Welt nicht anders sein kann. Es lohnt sich jedenfalls für alle Beteiligten, tiefer in das Thema einzusteigen. Thx für den guten Überblick!

    Lg

    • Bastian
      Veröffentlicht um 02:06h, 21 Oktober Antworten

      Dank dir Nina. Ja da hängt echt viel dran. Hoffe als Intro ist das schonmal ausreichend.

      LG

  • Philipp
    Veröffentlicht um 20:10h, 19 Oktober Antworten

    Hi Basti,

    ich hoffe der Artikel hat jetzt einmal in der Gütesiegel-Welt Ruhe geschaffen. Sehr guter Artikel!

    MFG Philipp

    • Bastian
      Veröffentlicht um 02:06h, 21 Oktober Antworten

      Ich dank dir mein Lieber. Zumindest schonmal ein Einstieg. Kann man sicher ein Buch drüber schreiben. Aber das überlasse ich denen, die sich für das Thema mehr begeistern können 😀

  • Hubert Schmied
    Veröffentlicht um 13:34h, 21 November Antworten

    Hallo Bastian,

    also mit dem CE-Zeichen wäre ich wirklich vorsichtig! Ich hab mich da auch noch schlau gemacht, und dass muss fast überall mit drauf!!!

    Ausser:
    1. Antiquitäten
    2. Gebrauchte Produkte (die instand gesetzt/wiederaufbereitet werden müssen inkl. Information an Käufer)
    3. Ausschließlich für militärische Zwecke bestimmt sind
    4. Lebensmittel, Futtermittel, lebende Pflanzen und Tiere, Erzeugnisse menschlichen Ursprungs, Erzeugnisse von Pflanzen und Tieren die unmittelbar mit ihrer künftigen Reproduktion zusammenhängen.
    5. Medizinprodukte im Sinne des § 3 des Medizinproduktgesetzes
    6. Umschließungen, wie ortsbewegliche Druckgeräte, Verpackungen und Tanks für die Beförderung gefährlicher Güter, soweit diese verkehrrechtlichen Vorschriften unterliegen.
    7. Pflanzenschutzmittel

    Immer wieder gelangen Produkte auf den europäischen Markt, deren Konstruktion keine EU-Konformitätserklärung zu Grunde liegt. Sie tragen die CE-Kennzeichnung daher zu Unrecht. Die CE-Kennzeichnung eines Produkts oder die Ausstellung von Konformitätserklärungen ohne eine durchgeführte Konformitätsbewertung verstößt gegen geltendes Recht und zieht gegebenenfalls auch strafrechtliche Schritte nach sich.

    Gemäß § 7 II Nr. 2 ProdSG ist es verboten, ein Produkt auf dem Markt bereitzustellen, dass nicht mit einer CE-Kennzeichnung versehen ist, obwohl eine Rechtsvorschrift (maßgeblich hier: die „CE-Richtlinien“) ihre Anbringung vorschreibt.

    Zudem muss gemäß § 7 V ProdSG die CE-Kennzeichnung angebracht werden, bevor (!) das Produkt in den Verkehr gebracht wird.

    Daher: Kenzeichnungspflichtige Produkte müssen (!) mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet sein, damit diese Produkte überhaupt innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden dürfen!.Die CE-Kennzeichnung ist zwingend vorgeschrieben und anzubringen, bevor ein Produkt, das der CE-Kennzeichnung unterliegt, in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird, es sei denn, spezielle Richtlinien sehen anderslautende Bestimmungen (etwa Übergangsfristen) vor.

    • Bastian
      Veröffentlicht um 05:06h, 22 November Antworten

      Hallo Hubert,
      dank dir für deinen Kommentar. Hast du eine Quelle dafür? Also dafür, dass all die von dir genannten Produktgruppen uneingeschränkt CE-pflichtig sind? Ich bin nur etwas verdutzt und kann mir nicht vorstellen, dass das so richtig ist, da ich im Supermarkt auf Lebensmitteln auch kein CE Zeichen sehe, oder auf jedem Medikament etc. Und für gebrauchte Produkte kann das ja auch nicht uneingeschränkt gelten.

      LG
      Bastian

  • Hubert Schmied
    Veröffentlicht um 11:31h, 22 November Antworten

    Hallo Bastian,

    ich habe dir mal einen Link reingestellt da kann man denk ich wirklich alles nachlesen was dieses Thema betrifft.
    Gerade wenn man als Importeur auftritt, ist man gleichgestellt mit dem Hersteller. Kurzum gesagt ist man dann selber für das Produkt verantwortlich. Das Ganze ist wirklich ein riesen Thema!
    Was das Thema Lebensmittel und Medikamente angeht dass weiß ich jetzt ehrlich gesagt selber nicht so genau. Allerdings denke ich dass für diese Produkte andere Richtlinien gelten.
    Wie gesagt ich habe mich in den letzten Tagen auch in deinen Blog eingelesen finde es wirklich hochinteressant und sehr spannend! Ich war auch schon drauf und dran in China diverse Produkte zu bestellen, hab aber im Moment ein wenig Angst dass das Ganze nach hinten losgeht. Vielleicht ist es doch sicherer und besser, wenn man sich hier einen oder mehrere Grosshändler sucht und eine langfristige Beziehung aufbaut. Das ist auf jeden Fall sicher, da dann der Großhändler in der Verantwortung steht. Ich werde mich mit dem Thema aber auf jeden Fall weiter auseinandersetzen!
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute! So eine tolle, klasse geschriebene und informative Website findet man so schnell nicht wieder!

    http://www.it-recht-kanzlei.de/Thema/ce-kennzeichen.html?page=2#sect_2

    Mit den besten Grüßen,
    Hubert

  • Phil
    Veröffentlicht um 01:30h, 07 Dezember Antworten

    Hallo Bastian,

    du sprichst beim CE-Zeichen von den gesetzlichen Mindestanforderungen. Wo würde man diese finden? Beispielsweise wenn ich ein Sportprodukt verkaufe? Kann es vorkommen, dass der deutsche Staat das Nachweisen von Prüfungen fordert, wenn man das CE Zeichen verwendet? Was, wenn man seine Produkte keinen Prüfverfahren unterzogen hat?

    Besten Dank.

  • i-love-gütesiegel
    Veröffentlicht um 12:05h, 13 Februar Antworten

    Hallo Bastian,

    vielen Dank für diesen ausführlichen und dennoch kurzweiligen Artikel. Schön, dass Du einen tiefen Einblick in den Gütesiegel-Dschungel gewährst. Wenn Du wissen möchtest, was ein Gütesiegel im Online-Marketing alles kann, besuche gerne unsere Seite auf https://kundentests.com/guetesiegel und schreibe uns ein Feedback.

    Liebe Grüße,
    kundentests.com

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