Abzocke Job – Warum du dich nicht selbst­ständig machst

7 Min. Lesezeit

Die meisten Menschen trauen sich zu wenig zu…

Ich müsste mich schon stark anstrengen, um in meinem engeren Bekanntenkreis von früher auf eine Person zu kommen, die von sich behaupten würde, dass ihre Tätigkeit sie inspi­riert oder gar erfüllt. Um ehrlich zu sein, ist mir letzten Endes auch niemand einge­fallen. Aber was hält uns davon ab, unserer Begeisterung zu folgen oder etwas zu tun, dass uns Spaß macht? Angst? Zweifel? Vernunft? Oder die klügeren, gut gemeinten Ratschläge von Menschen, die ja nur„unser Bestes“ wollen?

Ich habe schon relativ viele Dinge auspro­biert, hatte verschiedene Jobs, und habe verschiedene Fächer studiert. Einiges habe ich durch­ge­zogen und anderes nicht. Und nur dadurch bin ich heute überhaupt in der glück­lichen Position, zu wissen, was ich will (für den Moment) und noch wichtiger – was ich NICHT will.

Leg dich endlich mal fest…“

 

Unsere Interessen, unser Charakter und unsere Werte stehen nicht in luftleerem Raum, sondern entwi­ckeln sich, mit uns, weiter. Wer kann schon wissen was die Zukunft bringt, oder wer wir mal sein werden? Es fällt immer schwer, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, einen Bruch zu machen, wie z.B. den Eltern, den Großeltern zu erklären, dass man gekündigt hat oder das Studium schmeißt um „sich selbst zu verwirk­lichen“. Klingt zugege­be­ner­maßen auch ziemlich naiv und esote­risch oder?

Aber wäre es nicht noch viel unver­nünf­tiger, etwas ewig weiter­zu­machen, durch­zu­ziehen, nur weil man sich mal irgendwann zu dieser einen Sache entschieden hat, obwohl man ganz genau weiß, dass es einen nicht glücklich macht? „Ich kann doch nicht einfach etwas ganz anderes machen, als ich gelernt oder studiert habe. Wer nimmt mich denn dann noch ernst?“

Wer sagt überhaupt, dass man sich auf eine Sache konzen­trieren muss? Jeder von uns ist wie ein eigener kleiner Ich-Konzern. Wir kennen uns in verschie­denen Gebieten aus, haben unter­schied­lichste Fähigkeiten und lernen besonders schnell, wenn uns etwas begeistert oder Spaß macht. Und das ermög­licht es uns, auf verschie­denen Gebieten gut zu sein, oder gut zu werden. “Du musst dich nicht entscheiden” wie Barbara Sher in ihrem Buch sagt.

Wenn sich der Konzern Yamaha dazu entschließt Motorräder UND Klaviere zu produ­zieren, dann nennt man das „Portfolioerweiterung“, aber wenn man als Ich-Konzern seine Fühler ausstreckt, kommt immer jemand aus der Ecke, der einen zur Besinnung bringen möchte.

Lebenslanges Lernen

 

Ich war immer kritisch gegenüber dem konven­tio­nellen Bildungs- und Karrierekonzept. Nicht weil ich – zugegeben – kein sonderlich konse­quenter Schüler war, sondern weil ich immer überzeugt vom „learning by doing“-Prinzip war. Ich denke, dass die Großzahl der Berufe auch ohne ein zeitin­ten­sives Studium schnell erlernbar sind. Sicher, auf Medizin, Quantenphysik oder Raumfahrttechnik wird das nicht zutreffen, aber die wenigsten von uns sind in diesen Bereichen tätig, oder?

Man gibt einem immer das Gefühl, unzurei­chend zu sein, nie genug zu wissen und zu können.

  • Diese Fortbildung muss ich noch machen, dann…“
  • Dieses Seminar muss ich noch abschließen, dann…“
  • Erst wenn ich X habe/bin/kann, dann…“

Keiner sagt was gegen eine solide Ausbildung. Nur, wenn ich das tue, was ich liebe oder was mich begeistert, dann liegt es für mich auf der Hand, dass ich diesbe­züglich nicht auf der faulen Haut liege. Dafür brauche ich keinen Staat, kein Bildungsministerium, keinen Bachelor oder lücken­losen Lebenslauf. Und erst recht kein Stück Papier, dass mir bescheinigt irgend­welche Anforderungen zu erfüllen, oder X und Y zu können. Meistens vergisst man das in der Ausbildung Gelernte sowieso und ersetzt dieses wissen durch das praktisch angewendete.

Wir sitzen leider einigen grund­le­genden Missverständnissen auf:

Wir lernen, um zu arbeiten, statt zu arbeiten um zu lernen.“

Das Bildungswesen hat diesen Weg vorge­zeichnet – und zwar aus gutem Grund.

Die Selbstständigkeit wäre die beste Möglichkeit, von denen die nichts oder wenig haben, zu denen die viel, bzw. mehr haben, aufzu­steigen. Aber wenn man das tut, strampelt man nicht mehr brav im Hamsterrad. Das System hat deshalb eigentlich kein Interesse daran, dass man sich selbst­ständig macht. Es fragt einen nur, ob man diesen oder jenen Platz im Hamsterrad möchte.

Jungunternehmerförderungen staat­licher Stellen sind nicht mehr, als ein Tropfen auf den heissen Stein. Und die meisten Förderungen sind dermaßen bürokra­tisch, dass sie Jungunternehmern bloß die Energie für ihr eigent­liches Geschäftsmodell rauben. Um einen immer schön auf dem Weg der gehor­samen Masse zu halten, bindet einem das Bildungswesen einen gewal­tigen Bären auf. Ihr lernt fürs Leben, behauptet es. Aber das stimmt nicht.

Wir lernen nicht fürs Leben. In Wirklichkeit lernen wir für die beruf­liche Abhängigkeit.

Man bekommt zu hören, dass Erwachsenwerden etwas mit dem Aufgeben von Jugendträumereien und und Illusionen zu tun habe. Dass man realis­tisch sein müsse. Und doch sind die erfolg­reichsten Menschen da draußen jene, die trotz unzäh­liger Kritiker auf ihrem Weg zum Erfolg an ihren Träumen festge­halten haben und denen die Massen heute hyste­risch zujubeln. Die Musiker, die Sportler, die Schauspieler. An einem Punkt in ihrem Leben haben sie auf die Ratschläge und Konventionen geschissen. Zum Glück. Und wir feiern sie dafür, dass sie genau das tun, was wir uns nicht im Stande fühlen, oder trauen selbst zu tun. Paradox oder?

Sobald man einen Job gefunden hat, ist Lernen nur noch zweit­rangig. Der Satz „Lebensbegleitendes Lernen ist wichtig“, den man in der Agenda fast aller großen Konzerne findet, ist dann nur noch eine von diesen hohlen Formeln, die mit der Realität eigentlich nichts mehr zu tun haben.

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich habe mich als Angestellter nach kürzester Zeit jeden Tag etwas dümmer und depri­mierter gefühlt. Man macht nunmal in der Regel jeden Tag das Gleiche und der Verstand passt sich schnell dieser Monotonie an.

Seitdem ich für mich arbeite, arbeite ich um zu lernen. Zu lesen und mich weiter­zu­bilden gehört für mich genauso zu meiner Arbeit, wie alles andere auch. Ich habe erst spät damit angefangen, aber mittler­weile gehört es zu meinem Alltag wie das Atmen.

Patrick Hundt von Healthy Habits hat in einem Artikel den du hier findest, sehr schön die positiven Aspekte des Lernens durch Lesen formu­liert, die ich genau so unter­streichen würde:

In meiner persön­lichen Entwicklung hat mir das Lesen einen riesigen Schub gegeben:

  • Lesen gibt mir Ruhe: In einer stimu­lie­renden Welt entkomme ich für eine Weile dem Lärm.
  • Es vermittelt mir Wissen: Was ein Autor jahrelang an Erfahrungen sammelt, kann ich in wenigen Stunden nachlesen.
  • Lesen gibt mir neue Ideen: Ich öffne mich der Perspektive des Autors und erhalte dadurch neue Impulse für mein Privatleben und meine Arbeit.
  • Lesen inspi­riert mich: Ich kann von zahlreichen Vorbildern lernen, größer zu denken.
  • Lesen trainiert auch mein Gehirn: Ich muss mich tief konzen­trieren und darf in meiner Aufmerksamkeit nicht abschwenken. Ich muss mitdenken, denn ein Text kann nur ein begrenztes Maß an Informationen vermitteln.

Horrorvorstellung Selbständigkeit

 

In Deutschland ist die Selbstständigkeit für die meisten Menschen keine echte, in Betracht zu ziehende Option. Und das liegt ganz klar daran, dass der Selbstständigkeit ein negatives, herbei­ge­zo­genes Image anhaftet. Frag einmal Jugendliche, ob sie Unternehmer werden wollen. Sie wollen nicht. Zu riskant. Zu anstrengend. Zu viel Verantwortung. Selbst und ständig.

Wenn sich jemand selbst­ständig macht und Misserfolg hat, hat es vorher jeder gewusst und wenn man es doch schafft, gönnt es einem keiner.

WENN SIE VON VIELEN MENSCHEN GEHASST WERDEN WOLLEN, DANN BRAUCHEN SIE NUR EINE MENGE GELD VERDIENEN MIT ARBEIT, DIE IHNEN SPAß MACHT.“
HUGH MCLEOD

Aber vielleicht zehrt diese negativ behaftete Konnotation auch vom an sich obsoleten Bild einer Gründung, bei der stets viel Kapital von Nöten war und man in der Hinsicht durchaus ein größeres Risiko einging, als heutzutage bei der Gründung eines Online-Business.

Ich glaube, viele Menschen sind sich aber auch gar nicht darüber im Klaren, was es eigentlich für ein Spiel ist, in dem sie die Figuren sind. Man hat dafür gesorgt, dass eine Angestelltenkarriere Prestige hat. Und dieses Bild ist in den Köpfen der meisten fest verankert. „Der macht aber richtig Karriere!“ Glückwunsch!

Hier muss ich immer an das Lied “Junge” von den Ärzten denken…

Dabei ist es egal, wie weit man die Karriereleiter nach oben klettert, an sich bleibt man immer Sachbearbeiter. Nein, wirklich! Man kümmert sich um bestimmte Aspekte der Geschäfte anderer. Wenn man sich aber ein Leben lang um die Angelegenheiten anderer kümmert, statt um die eigenen, entscheiden diese anderen über den Sinn deines Lebens und nicht mehr man selbst.

Wenn man sich dann hohl oder belanglos zu fühlen beginnt, sagt man sich dann, dass das Leben eben so sei. Oder man sucht bei esote­ri­schen Beratern nach dem verlo­renen Sinn. Das bringt aber nichts.

Das Leben beginnt dort wieder Sinn zu machen, wo man sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert.

Work smart, not hard.

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29 Kommentare
  • Suzanne
    Veröffentlicht am 30 Mai 2015 um 22:19 Uhr Antworten

    Lieber Bastian, ein wunder­voller Artikel. Es tut gut, zu sehen, dass man nicht alleine ist mit dieser Sichtweise – in einer Gesellschaft, in der das ewige Sachbearbeitertum (super Bild von Dir!) so anerkannt ist. Danke!

    • Bastian
      Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 10:16 Uhr Antworten

      Danke Suze,
      absolut nicht. Nur ist das heute durchaus reali­sierbare Bild eines „Lifestyle Business“ irgendwie noch nicht in der Hauptschicht der Bevölkerung angekommen.
      Übrigens hab ich grad mal deine Seite abgecheckt. Gefällt mir sehr dein Stil!

      • Suzanne
        Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 10:28 Uhr Antworten

        Danke 🙂 Ich launche erst im Juli, aber dachte bei einem „brother in mind“ wie Dir kann ich den Link schonmal erwähnen! Ich bleibe jeden­falls dran, tolle Themen hast Du!

        • Bastian
          Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 10:36 Uhr Antworten

          Ach so. Jetzt hab ich deine Seite schon geteilt 😀
          Sag Bescheid wenn ich das vorerst rückgängig machen soll „sister in mind“.
          Schönen Sonntag dir 😉

          • Suzanne
            Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 10:38 Uhr

            Nee passt 🙂 Bin ja schon active … immer auf perfekt zu warten ist auch nicht der Weg! Vielen lieben Dank schonmal und bis bald!

  • vivien
    Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 01:45 Uhr Antworten

    Guter Artikel, Bastian!!
    Das ewig weiter­machen und durch­ziehen, weil man sich irgendwann mal zu irgendwas entschieden hat, kann man auch auf andere Bereiche des Lebens übertragen…. Der Mensch verändert sich im Laufe des Lebens und mit den Erfahrungen, die er macht….das, was damals mal gut oder schlecht war, kann heute ganz anders sein. Aber die Angst vorm Handeln und den Konsequenzen, wenn man das erkennt, ist bei den meisten zu groß und so leben sie mit ihren einge­trich­terten, anerzo­genen und veral­teten Denkweisen, obwohl die im Grunde ihres Herzens gar nicht glücklich sind…..

    • Bastian
      Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 10:45 Uhr Antworten

      Hey Vivien,
      ich danke dir! Ja die Zeiten in denen man Papas Metzgerei übernommen hat und dann 40 Jahre oder mehr dort gearbeitet hat ohne es in Frage zu stellen, ist einfach vorbei. Aber das ist einfach so ein Generationsding. Eigentlich sollten auch die älteren Damen und Herren selbst am besten wissen, wie schnell sich die Welt verändert. Aber grade die Nachkriegsgeneration war einfach absolut froh, etwas bestän­diges zu haben, nachdem man vorher nichts hatte. Wie toll ein „fester“ Job ist und wie glücklich man sich dafür schätzen kann, gaben sie an ihre Kinder weiter und diese auch wiederum an ihre. Und jetzt wo Beständigkeit ausge­dient hat, weil es heute einfach so viele andere Möglichkeiten gibt, verstehen unsere Eltern und Großeltern die Welt nicht mehr, und uns auch nicht…

  • Julia
    Veröffentlicht am 31 Mai 2015 um 14:11 Uhr Antworten

    Hey Bastian,
    Ich höre in meiner Familie immer „es war irgendwie klar, dass du dich irgendwann selbst­ständig machst… Aber JETZT SCHON?“

    Dagegen höre ich von Freunden, die in ihrer Anstellung (die wirklich Top ist… Ich hab da auch schon gearbeitet) „Wird Zeit, dass du endlich das machst, was du liebst. Hauptsache du wirst wieder glücklich.“

    Es gibt natürlich auch die anderen Extreme bei mir, aber dadurch weiß man die Befürworter mehr zu schätzen.
    LG
    Julia

  • Dirk Wiethüchter
    Veröffentlicht am 09 Juni 2015 um 09:36 Uhr Antworten

    Hallo Bastian, dein Vergleich mit dem Yamaha Konzern gefällt mir super. Ich betreibe aktuell mehrere Blogs und eine Import Beratung die sich aus meiner jahre­lange Selbständigkeit entwi­ckelt hat. Gerade in der heutigen Zeit muss man als Selbständiger flexibel sein. Das sich junge Menschen in Deutschland kaum für eine Unternehmer Karriere begeistern können finde ich schade. Die Bürokratie in Deutschland ist ein Thema für sich, aber versuch mal eine Firma in China zu gründen! Bürokratie gibt es überall auf der Welt, angeblich sogar in Griechenland 😉
    Viele Kinder von Unternehmer wollen die Firmen der Eltern nicht übernehmen, weil sie deren Arbeitspensum über all die Jahre kennen­ge­lernt haben. Das es aber auch anders funktio­niert, können sich viele von denen kaum vorstellen.
    Ich selber habe nach der Geburt meines Sohnes 2011 einen Gang zurück­ge­schaltet und es funktio­niert wunderbar und ich möchte diese Art zu arbeiten, um die mich viele meiner Kunden beneiden, heute nicht mehr missen.
    Schönen Gruss aus Nanjing
    Dirk

    • Bastian
      Veröffentlicht am 09 Juni 2015 um 10:17 Uhr Antworten

      Hey Dirk!
      Dank dir für deinen ausführ­lichen Kommentar. Das hat mich direkt neugierig auf deine Seite gemacht und da hab ich schon einiges inter­es­santes gefunden. Ich schreib dir gleich mal ne Mail 🙂
      Schade ist wirklich, dass die Vorstellungen der meisten in Hinsicht auf eine Gründung völlig veraltet sind und sich nur sehr wenige über die heutigen Möglichkeiten im Klaren sind.
      Die Bürokratie für online Gründer ist ja ein komplexes Thema an sich, bei dem besonders die Digitalen Nomaden gefühlt jede Woche auf tolle neue Ideen kommen. Wir dürfen gespannt sein, was all die schlauen Köpfe da noch alles für uns in Erfahrung bringen 🙂

      Beste Grüße
      Bastian

  • kat
    Veröffentlicht am 16 Juni 2015 um 14:36 Uhr Antworten

    I loooove loove love this!! Als ob du meine Gedanken aufge­schrieben hast 🙂
    Ich lebe mittler­weile in Australien und hier scheint es soviel einfacher Dinge auszu­pro­bieren, sich selbst­sta­endig zu machen.. „Mach was dich gluecklich macht“ scheint hier mehr der Leitsatz zu sein. Aber die Leute identi­fi­zieren sich glaube ich auch weniger durch ihren Job. Man arbeitet eben um zu Leben. In Deutschland scheint das andersrum zu sein!

    • Bastian
      Veröffentlicht am 16 Juni 2015 um 17:29 Uhr Antworten

      Hey Kat!
      Freut mich, vielen Dank! Na dann hast du doch schon einen super Schritt gemacht mit dem Auswandern. Das trauen sich die wenigsten…

      • Dirk Wiethüchter
        Veröffentlicht am 17 Juni 2015 um 02:02 Uhr Antworten

        Hi Kat, hi Bastian, das Australier anders ticken, weiss ich seit vor mittler­weile 12 Jahren ein guter Kumpel ausge­wandert ist. Allein die Tatsache das nach den Radionachrichten eher der Wellenbericht zum surfen als der Staubericht kommt, finde ich persönlich schon klasse. Ebenso das die normalen Australier höchstens 2 Tage pro Woche arbeiten gehen. Mein Kumpel wurde, als er den dritten Tag in Folge bei seiner neuen Firma pünktlich zur Arbeit kam, von seinem Chef vertraulich beiseite genommen und gefragt ober ein Geldproblem hätte, er würde ihm aushelfen, wenn es sein müsste….wohlgemerkt am 3. Arbeitstag! Genauso ist es vorge­kommen das der Chef nach besagtem Wellenbericht kurz entschlossen die Werkstatt zugeschlossen hat und alle nach Hause geschickt hat, weil er sein neues Surfbrett auspro­bieren wollte. Ich könnte noch eine Menge mehr davon erzählen. Fazit: Australien ist einfach cool!

        • kat
          Veröffentlicht am 18 Juni 2015 um 10:21 Uhr Antworten

          Hi Dirk,

          das mit den Radio Nachrichten stimmt auf jedenfall 🙂

          Aber das mit den 2 Tage arbeiten, hat sich entweder in den letzten 12 Jahren veraendert oder dein Freund hat Glueck mit seinem Job. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass esnicht einfach ist den Lebensstandard von Deutschland hier zu halten, selbst mit einem aehnlichen Job. Nicht umsonst wuerde Australien gerade zum teuersten Land der Welt gewaelt :/

          Ich weiss aber dass Leute die auf dem Bau arbeiten, bei Regenwetter nach Hause geschickt werden und trotzdem bezahlt.. vielleicht habe ich den falschen Job 😉

          • Dirk Wiethüchter
            Veröffentlicht am 18 Juni 2015 um 10:46 Uhr

            Hi Kat, er ist tatsächlich Steinmetz Techniker (CNC usw.). Die machen Küchenarbeitsplatten aus Granit und hochwertige Wellnessbäder. Vermutlich langen denen ein paar Tage die Woche…Mittlerweile macht er das auch auf eigene Rechnung, nicht mehr als Angestellter…Alles was mit Bau und Immobilien wird in Australien gut bezahlt, wegen dem Wohnungsmangel…

  • Nela
    Veröffentlicht am 22 Juni 2015 um 08:29 Uhr Antworten

    Toll geschrie­bener Artikel, sehe das ganz genauso wie du. Wiewohl es auch Menschen gibt, die gern in diesem Hamsterrad leben. Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer Bekannten, die möchte das gar nicht anders. Die braucht diese starren Strukturen und dass ihr jemand sagt, was sie zu tun hat.
    Mir persönlich ist das völlig unver­ständlich. Ich finde man lebt auch inten­siver, wenn man das tut, was man liebt und vor allem, wenn man es aus eigenem Antrieb macht. Da macht es einem dann auch gleich viel weniger aus, dass auch enorm viel Arbeit dahinter steckt. Das darf man nicht außer Acht lassen. Die Komfortzone zu verlassen ist mit Aufwand verbunden. Vielleicht hält das auch viele Menschen davon ab aus dem Hamsterrad zu springen??

    Super Seite jeden­falls, Bastian! 🙂 Werde öfters vorbei springen 🙂

    • Bastian
      Veröffentlicht am 22 Juni 2015 um 14:54 Uhr Antworten

      Hey Nela,
      dank dir. Mir will das auch einfach nicht in die Birne, wie Leute damit wirklich zufrieden sein können. Aber es gibt ja auch Leute, die nicht gerne reisen, oder die keine Schokolade mögen 😀 Leben und leben lassen. Die Hauptsache ist, das man weiß was man will und vor allem was man nicht will und dementspre­chend handelt.

      Beste Grüße

  • Merve Balkis
    Veröffentlicht am 24 Juni 2015 um 01:35 Uhr Antworten

    Hallo Bastian,

    danke für deinen inspi­rie­renden Artikel. Du hast genau das aufge­schrieben, was ich denke. Danke für deinen tollen Blog, mach bitte weiter so Lg aus Stuttgart

    • Bastian
      Veröffentlicht am 24 Juni 2015 um 15:56 Uhr Antworten

      Dank dir Merve,
      ich tu was ich kann 🙂

  • Michael
    Veröffentlicht am 19 November 2015 um 11:43 Uhr Antworten

    Hey Bastian,

    cooler Artikel – spricht mir absolut aus der Seele.

    Anerkennung sollte ein Unternehmer besser nicht sonderlich viel brauchen. 🙂

    Viele Grüße,
    Michael

    • Bastian
      Veröffentlicht am 28 November 2015 um 13:58 Uhr Antworten

      Dank dir vielmals Michael,

      Spread the word 😉

  • Bence
    Veröffentlicht am 23 Januar 2016 um 23:10 Uhr Antworten

    Ich will eigentlich nur danke sagen. 😉 Dein Blog zu lesen ist super, denn es geht um wahre und nützliche Sachen. Bei diesem Post hab ich mir gedacht: Ja, diese Gedanken hab ich schon längst im Kopf, aber ich konnte sie nicht so gut und einfach formu­lieren wie du. 🙂 Mein Bruder hat mir die Methode Dropshipping erwähnt, weil er es irgendwo gelesen hat. Zuerst hab ich gesagt blödsinn… dann hab ich nachge­sucht was das ist und so fand ich dein Blog und lese es in der ganze Zeit. 🙂 Ich lese viel zu viel und so hab ich keine Zeit ein Webshop aufzu­bauen. 😀 Allerdings hab einen Produkt in einigen Facebook-Gruppen und auf Willhaben verkauft und in 2 Monaten hab ich ca- 100Euro reines Gewinn. Ja ist nicht viel, aber wird schon. Und das wichtigste: Ich investire viel Zeit, dass meine Kunden zufrieden werden und das macht mir auch Spaß. Manchmal haben sie so dumme oder nervige Fragen, aber ich arntworte trotzdem und es lohnt sich. Ich frage immer: Wie findest du das Produkt? Bist du zufrieden mit der Lieferung? Wie war der Kontakt mit mir? Sie waren immer zufrieden mit mir. 🙂 Langsam muss ich mich mit dem Thema Gewerbegründung ausein­an­der­setzen, wenn ich mehr verdienen möchte. 😀 Achja, eine Frage: Wie kann ich selbst oder halt möglichst billig eine Webshop machen? Weil mit WordPress kann man doch kein richtiges Webshop mit Korb-funktion und etc. machen, oder?

    • Bastian
      Veröffentlicht am 29 Januar 2016 um 23:47 Uhr Antworten

      Hey Bence,

      dank dir mein Lieber. Das klingt doch schonmal nach einem guten Anfang 🙂 Ich persönlich bin vom Dropshipping weg und mache nur noch Amazon FBA weil es viel unkom­pli­zierter ist und die Margen mit eigenen Private Label Produkten weit höher sind als beim Dropshipping.

      Ja, man kann auf jeden Fall auch einen richtigen Online Shop mit WordPress machen. Mit Warenkorb, Zahlungssystem-Anbindung und allem. Aber dafür bin ich der falsche Ansprechpartner.

      Beste Grüße

  • Alani Parker
    Veröffentlicht am 15 Juli 2016 um 06:40 Uhr Antworten

    Hallo Bastian,
    den Artikel finde ich gut. Auch weil mir bewusst ist, dass es viele Leute gibt, Diebin ihren Jobs unglücklich sind und keine Auswege auch nur erahnen. Dennoch möchte ich auch an die erinnern, die „normale“ Jobs machen und sehr glücklich damit sind, gerne arbeiten. Ich habe viele von ihnen in meinem Bekanntenkreis! Heilpraktiker, Ostheopaten, Designer, Ingenieure, Projektmanager, Maskenbildner um nur eine Auswahl zu nennen. Es geht nicht um den Job oder das Arbeitsverhältnis als solches. Vielmehr ist entscheidend ob jemand in seiner Arbeit auch Anerkennung und die nötige Bezahlung erhält. Ich lebe mitten in einer leider sehr teuren Gegend (weil es da schön ist!) und die meisten meiner Bekannten auch. Die Gehälter müssen also stimmen, wenngleich ich niemanden kenne, der unver­hält­nis­mäßig „reich“ ist a la Topmanager. Alle sind irgendwie kreativ und optimis­tisch – angestellt oder nicht – und trauen sich was zu, haben wenig Angst vor der Zukunft. Das ist sicher nicht überall so und gerade hier ein lokales Phänomen aber ich möchte nur daran erinnern, dass alle Zustände uns arbeiten vor allem ein gesell­schaft­liches Thema sind und man wenn man kann und will auch zur Verbesserung beitragen kann.

  • Linda Bürkle
    Veröffentlicht am 12 Juli 2017 um 18:51 Uhr Antworten

    Mega auf den Punkt getroffen dein Artikel 🙂 ! Es ist allgemein der Wahnsinn auf wieviele Neider man stößt, und blöd von der Seite angemacht wird wenn man sich oft auf Reisen begibt und „sein Ding“ durch­zieht 😉 super Blog aufje­denfall, entspricht genau meiner Lebensvorstellung 🙂

    • Bastian
      Veröffentlicht am 03 August 2017 um 09:47 Uhr Antworten

      Dank dir Linda!
      Bald erscheint auch wieder mehr Content 😉

      LG
      Bastian

  • Sebastian
    Veröffentlicht am 04 November 2018 um 19:53 Uhr Antworten

    Hy Bastian,

    super Artikel, ich sauge aktuell alles in mich hinein zu diesen Themen. Sehr motivierend und gleich­zeitig traurig, dass es so ist wie es ist. Lange glaubte ich auch an eine Karriere (im Angestelltenverhältnis), doch dann kam alles anders. Nun kümmere ich mich um mich und ich bin froh deine Artikel lesen zu dürfen und können.
    Beste Grüße, wo du auch sein magst.
    Sebastian

  • Mario
    Veröffentlicht am 18 November 2018 um 18:06 Uhr Antworten

    Hallo Bastian, vor ein paar Jahren hätte ich dem Beitrag noch unein­ge­schränkt zugestimmt, aber mittler­weile sehe ich es etwas anders. Ja, den Leuten wird von Klein auf sugge­riert, dass ein gutes Studium mit anschlie­ßendem Angestelltendasein in großer Firma, als Arzt etc. der beste Weg ist. Als Student glaubt man auch noch wirklich daran, dass man einen Beruf gewählt hat, der einem Spaß macht und sich selbst verwirk­lichen kann. Dann kommt jedoch der Berufseinstieg und plötzlich tingeln viele von Praktikum zu Praktikum oder merken, dass es doch nicht so viele Museen gibt, die Archäologen einstellen wollen usw. Also viele kämpfen erst einmal darum, überhaupt eine sichere und gut bezahlte Stelle zu bekommen, machen Weiterbildungen, schließen eine neue Ausbildung oder Zweitstudium an. Irgendwann ist es dann so weit, man ist entfristet, oder sogar Beamter und verdient angemessen. Dann kommt die Zeit des Zweifels – die neue Tätigkeit ist öde, stressig oder einfach nicht erfüllend. Das ist nun die Zeit, in der man den Sprung zum Unternehmer überlegen könnte. Frauen wählen meist die einfa­chere Variante und verab­schieden sich in die Elternzeit mit anschlie­ßender Teilzeit. Männer hoffen eher durch Aufstieg der öden Tätigkeit zu entfliehen. Und ganz ehrlich, ich kann es verstehen. Verdiene jetzt mit Anfang 30 60k brutto im Jahr bei lockeren 30 Wochenstunden tatsäch­licher Arbeit (der Rest ist Kaffeepause). Klar ist die Arbeit öde, aber das musst du als selbstän­diger Unternehmer ohne irgend­welche Anfangsfähigkeiten (anders als Arzt etc.) erst mal verdienen. So naiv ist man mit 30 nicht mehr, dass man denkt, als Blogger, Influencer oder Youtuber könnte man auf die Schnelle das große Geld machen. Dazu kommt noch die Familie und die Vollversorgung, die man eben doch im Angestelltendasein in Deutschland hat. Hamsterrad ja, aber mit vergol­detem Käfig, und ein als Haustier gepam­perter Hamster muss erst mal in der freien Wildbahn überleben.

    • Bastian
      Veröffentlicht am 18 November 2018 um 19:07 Uhr Antworten

      Hey Mario,
      dank dir für deine Sichtweise. Diese kann ich auch absolut verstehen, wie auch ganz viele andere. Aber in deinem Kommentar steckt meiner Meinung auch schon der Fehler: „…dass man denkt, als Blogger, Influencer oder Youtuber könnte man auf die Schnelle das große Geld machen.“

      Erstens muss man doch nicht Blogger, Influencer, oder YouTuber sein, um ortsun­ab­hängig zu arbeiten. Davon abgesehen, geht es auch nicht auf die Schnelle. Genau so wenig wie das bei deinem Beruf der Fall war. Ausbildung-Studium-Zweitstudium. Ich denke, dass man sich in der Zeit allerlei als Selbstständiger aufbauen kann. Aber ob Selbstständigkeit für einen etwas ist oder nicht, ist auch eine Typfrage. Und eine der Bequemlichkeit.

      Versteh mich nicht falsch, aber du sagst, so naiv ist man mit 30 nicht mehr. Ich habe mit 30 zum 2. Mal die Uni geschmissen, ohne jeglichen digitalen Background und mir alles selbst beigebracht. Naiv ist nur das Wort, dass andere benutzen um dich zu beschreiben. Aber ob das Wort passt, entscheidest du selbst.

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