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Als On-Board-Kurier um die Welt. Wie du für’s Reisen bezahlt wirst.

6 Min. Lesezeit

Es gibt Zeiten, da hat man mehr Geld als Zeit. Und es gibt Zeiten, da hat man mehr Zeit als Geld. Natürlich ist das nur eine ganz grobe pauschale Gedankenrichtung. Doch viele von uns kennen diese Jahre vielleicht, wo der Verzicht real ist und der Freiheitsdrang groß. Wenn man dann könnte, würde man sofort aufbrechen und jedes Land der Welt bereisen wollen. Hauptsache weg, Hauptsache Abenteuer. Nun ist das nicht immer möglich. Denn wir alle haben mehr oder weniger Verpflichtungen, Jobs zu erfüllen und verschiedene Lebensentwürfe. 

Doch wenn du wirklich gerade mehr Zeit als Geld besitzt, die Abenteuerlust von Indiana Jones und die spontane Reaktionsfreudigkeit eines Duracel-Hasen, gibt es eine Möglichkeit, dass alles unter einen Hut zu bekommen. Konkret bedeutet das, es gibt eine Möglichkeit mit der du zu den entfern­testen Orten der Welt fliegen kannst und dafür auch noch bezahlt wirst. Diese Möglichkeit, oder genauer gesagt diese Job-Bezeichnung, hat einen Namen: On-Board-Kurier.

Reise-Fetische zum Nulltarif

 

Als On-Board-Kurier trans­por­tierst du im Express-Verfahren wichtige Dinge rund um die Welt. Meist sind das Maschinenbauteile, Medikamente und wichtige Produktionsteile bis hin zu Organspenden. Diese sind in der Regel extrem dringend. So dringend, dass es dem Auftraggeber egal ist, ob er für dich ein paar Hunderter mehr locker macht. Denn deine Reise wird komplett übernommen. Reisekosten, eventuelle Übernachtungskosten und wenn du dir beim Transport die jeweilige Stadt auf der Rückbank eines Taxis unterlegt zu deiner Spotify-Playlist zur Gemüte führst, ist auch das inbegriffen. Natürlich wirst du zusätzlich dazu entlohnt. Das Honorar für die Überbringung im Agenten-Stil spült in der Regel 150 bis 500 Euro in deine Kassen für längere Flüge ab 3 bis 12 Stunden. Dies hängt natürlich davon ab, ob du nur kurz nach Österreich düst, oder eine High-Tech-Fabrik in Papua-Neuguinea belie­ferst. Was immer es auch für High-Tech-Fabriken in Papua-Neuguinea geben mag…

Vermutlich ist dieser Job nicht das Endziel aller beruf­lichen Träume. Ein Kind, was im Alter von 5 Jahren gefragt wird, was es mal werden will, sagt vielleicht Pilot. Keines sagt „On-Board-Kurier“. Und das ist auch gut so. Denn der Job ist etwas für Menschen, die eh grad nicht so richtig wissen, wohin mit ihrer Zeit. Und wohin mit den Ideen. Menschen, die sich in völlig legitimen Umbruchsphasen befinden. Denn eins ist auch klar. Auch wenn dieser Job nicht das Endziel aller Träume ist, vielleicht ist er ein Anfang. Jede Woche neue Flughäfen, neue Hotel-Zimmer, neue Klima-Zonen. Wer so einen kleinen Reise-Fetisch besitzt und in der Hektik von Flughafen-Gates, Straßen-Rush-Hour und minutiösen Zeit-Deadlines nicht einen Panikanfall bekommt, der kann von dieser Jobmöglichkeit profi­tieren. Denn während man so ein Paket mit was auch immer um die Welt schleppt, hat man Zeit für Dinge. Man kann im Flieger schreiben und lesen. Nachdenken. Man sieht andere Kulturen. Bekommt einen Blick und vielleicht auch einen Sinn, was in anderen Ländern und Köpfen abgeht. Denn manche Kuriere nutzen einen Job auch nach Möglichkeit, um ein paar Tage vor Ort zu bleiben. Ja, ich würde fast so weit gehen und sagen, man kann sich sein eigenes Business aufbauen, während man auf Transit-Tour in einem anderen Business unterwegs ist.

Ein paar Fakten…

 

Falls du tatsächlich mit dieser Job-Möglichkeit liebäu­gelst, hier ein paar Dinge die es zu beachten gilt:

  • Zunächst ein Mal brauchst du, welch eine Überraschung, einen absolut flexiblen Terminplan. Denn der Job bringt es mit sich, dass du innerhalb von wenigen Stunden deine sieben Sachen gepackt haben musst, um dich sofort auf den Weg zu machen.
  • Dazu solltest du unein­ge­schränkt zuver­lässig sein, logo. Einfach mal so eine wichtige Blutkonserve im Taxi liegen zu lassen, ist also nicht drin.
  • Da das Business auch sehr von Empfehlungen und dem Erfahrungsschatz der Vergangenheit abhängt, sollte man also nicht zu lässig an die Sache rangehen.
  • Weiterhin lohnt es sich sehr, wenn du in der Nähe eines größeren Flughafens wohnst und neben Englisch noch ein, zwei weitere Sprachen alltags­tauglich sprichst.
  • Stressresistenz und konse­quentes Handeln unter Druck sind auch ein Muss. Gerade wenn die Dinge mal nicht wie geplant laufen sollten.
  • Ach ja …und natürlich benötigst du ein lupen­reines polizei­liches Führungszeugnis, um am Zoll keine Probleme zu bekommen.

Dazu brauchst du neben deinem Reisepass auch einen Führerschein und eine Kreditkarte. That’s it! Ich habe dir in den Links unten noch einige Detailinformationen dazu gepackt. 

Mindset-Training inklusive

 

On-Board-Kurier sein, ist nicht nur ein Job. Es ist die Einstellung dahinter. Was nicht bedeuten muss, dass man diesem Job nun ewig nachgehen muss. Doch die Idee dahinter hat etwas cleveres. Denn sie untermalt nicht das konver­gente Denken einer gesät­tigten Schablonen-Gesellschaft. Frei nach dem Motto „Es gibt den Job mit der vorge­fer­tigten Box XYZ und dort tauscht man Zeit und Nerven gegen Geld.“ Nein, dieser Job kulti­viert und trainiert eher das diver­gente vernetzte Denken. Sprich, man verbindet das Angenehme, also das Reisen, mit dem Nutzen, also dem Kurier-Job. Man kann bei einigen Firmen gar seine Mitgliedsnummern der Meilenprogramme verschie­dener Airlines angeben und so die ganze Zeit Meilen sammeln, die du dann privat bei eigenen Flugbuchungen nutzen kannst. Klassische Win-Win-Situationen für alle Seiten. Dahinter steht das Prinzip, aus der Not eine Tugend zu machen. Zum Beispiel wird dieses Prinzip auch gerne bei Mietwagenfirmen angewendet. Besonders in Down Under ist es beliebt, dass man kleine Wohnmobile einfach so kostenlos durch austra­lische Küstenstädte kutschieren darf. 

Ganz einfach, weil die Mietwagenfirmen, ihre fahrbaren Untersätze wieder vor Ort haben wollen und irgend­jemand es zum ursprüng­lichen Ort zurück bringen muss. Dazu kommt aber demnächst ein Artikel.

Ein weiteres Beispiel sind gewisse Promoter-Jobs. Ein Freund von mir hatte vor ein paar Jahren recht wenig Kohle beiseite gelegt. Vor allem zu wenig, um in den Urlaub zu fahren. Durch ein wenig Hirnschmalz und unortho­doxer Suchweise ist er dann als „Schneetouren-Guide“ für zwei Wochen nach Kitzbühel gefahren. Fahrt inklusive. Luxushotel inklusive. Zusätzliche Bezahlung inklusive. Partyabende inklusive. 

Infos und Bewerbungsmöglichkeiten

Neue Wege finden…

 

Natürlich sind das alles nur kleine Beispiele. Kleine gedank­liche Dimensionen mit überschau­baren Ursache-Wirkung-Ergebnissen, mit denen man sicherlich nicht gleich auf die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt katapul­tiert. Dennoch: Diese Beispiele zeigen mir immer wieder, dass es oft eine dritte Tür, eine undurch­sichtige und trotzdem vorhandene Tür der Möglichkeiten gibt, hinter der wir das bekommen, was wir wollen. Meistens sogar viel günstiger, viel beloh­nender. Denn es ist nicht die Tür durch die alle gehen. Es ist noch nicht einmal der VIP-Zugang. Denn dieser ist meistens noch viel teurer. Es ist die Tür, die wir selbst finden müssen. 

PS: Falls du ernsthaft inter­es­siert bist, komm in unsere Officeflucht-Gruppe auf Facebook. Hier sind schon über 3.000 Menschen aktiv. Sehr wahrscheinlich kann dir der ein oder andere auch noch ein paar Insider-Tipps zum On-Bord-Kurier-Job verraten.

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3 Kommentare
  • Angelo
    Veröffentlicht am 11:02h, 29 August Antworten

    Sehr inter­es­santer Artikel. Vor allem, da ich vor ein paar Tagen erst auf diese Jobs von einer Freundin aufmerksam gemacht wurde.
    Aber wie sieht das mit der persön­lichen Haftung aus?

    • Bastian
      Veröffentlicht am 12:42h, 29 August Antworten

      Danke Angelo. Ich denke mal dass sowas gecovert wird von der Firma, aber das musst du selbst erfragen.
      Liebe Grüße
      Bastian

  • Pingback:Wie du kostenlos mit dem Campervan durch Australien, USA und Co reist.
    Veröffentlicht am 09:18h, 16 September Antworten

    […] letzten Blogartikel hab ich dir gesteckt, wie du als On-Board-Kurier for free durch die Welt fliegst und damit sogar Geld verdienst. Ich lehne mich mal etwas aus […]

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