Wie man Netzwerken richtig lernt? In dem man oft genug "Nein,Danke!" sagt. Dies ist eine schonungslose Anleitung für Experten, Coaches, digitale Nomaden und Marketer, die sich ihr Wissen und Erfolg nicht nehmen lassen und dabei trotzdem nicht zum Arschloch werden wollen.

“Ein Nomade ist doch einer, der seine Miete nicht bezahlt.” Neulich habe ich diesen Satz von – sagen wir – Nichtnomaden gehört. Und dachte: Stimmt. Liegt daran, dass zum Beispiel der digitale Nomade a) gar keine Wohnung hat oder b) sie untervermietet. So viel zu möglichen Wohnformen von Menschen, deren Arbeit am Ort Online stattfindet. Aber wie lebt es sich eigentlich ohne die eigenen vier Wände?

1.000 Euro für jeden. Den Arzt, den Arbeitslosen, den Elektrotechniker – bedingungslos. Kritikpunkt aus der Politik: Der deutsche Bürger, der faule Sack, wird mit Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen seinen Job hinschmeißen und sich vom Staat tragen lassen. Ist das wirklich so?

Wenn du viele Digitale Nomaden- und Entrepreneurship Blogs liest, dann hast du sicher schon gemerkt, dass den Job zu kündigen über alle Maßen glorifiziert wird. Zugegeben, auch von mir. An sich finde ich es aber völlig in Ordnung wenn jemand einen normalen Job ausübt, wenn es das ist, was ihn oder sie glücklich macht. Und wenn nicht, ist alles direkt hinzuschmeissen nicht zwingend der richtige Weg.

Wie häufig wurde jeder von uns das schon gefragt… Wohl kein anderer Satz fällt beim Kennenlernen anderer so häufig wie dieser. Auf Studentenparties fängt es an und hört nie wieder auf. So als ob man erst einmal validieren wollte, ob der vermeintliche Gesprächspartner einer selbst würdig ist. Die unausgesprochene Frage dahinter ist die nach deinem sozialen Stellenwert: „Bist du nützlich?“, „Trägst du deinen Teil bei?“ Sag mir, was du tust und ich sag dir, wer du bist.

Die meisten Menschen trauen sich zu wenig. Was hält uns davon ab, unserer Begeisterung zu folgen oder etwas zu tun, dass uns Spaß macht? Angst? Zweifel? Vernunft? Oder die klügeren, gut gemeinten Ratschläge von Menschen, die ja nur„unser Bestes“ wollen? Es fällt immer schwer, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Aber wäre es nicht viel unvernünftiger etwas ewig weiterzumachen, durchzuziehen, nur weil man sich mal irgendwann zu dieser einen Sache entschieden hat?

Wenn ich mit anderen über meine Art und Weise der Arbeit spreche, sagen mir die meisten häufig, sie könnten nicht mit der Unsicherheit als Selbstständiger umgehen. Sie bräuchten die Sicherheit, dass am Ende des Monats Geld aufs Konto kommt. Aber Sicherheit und sicheres Gehalt? Leider ist das auch als Angestellter nur eine Illusion.

In längst vergessenen Zeiten haben sich die Menschen – mangels Verkehrsmittel – ihre Arbeit dort gesucht, wo sie lebten. Heute verlassen sage und schreibe stolze 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ihre Ortsgrenze um zu arbeiten. Trotz Home-Office-Trend, Digitalisierung, Skype & Co. wächst die Zahl der Menschen, die täglich weite Wege zu ihrem Arbeitsplatz auf sich nehmen. Was wäre, wenn Arbeit kein Ort mehr wäre?

Bei „Nomaden“ denken die meisten als erstes an Leute die ihre Miete nicht zahlen und Wohnungen verwüsten. Diese negative Konnotation haben wir sicher dem Mittagsfernsehen zu verdanken. Ich aber denke dabei an kreative Querdenker, an aufregende Menschen die die Quadratur des Kreises brechen und im eigentlichen Sinne des Wortes „Nomaden“, schlichtweg weiter reisen, wenn es sie weiter zieht. Frei von Ort und Zeit und ihr Rüstzeug stets dabei.