Der Nomade und sein Heim

7 Min. Lesezeit

Ein Nomade ist doch einer, der seine Miete nicht bezahlt.”

Neulich habe ich diesen Satz von – sagen wir – Nichtnomaden gehört. Und dachte: Stimmt. Liegt daran, dass zum Beispiel der digitale Nomade a) gar keine Wohnung hat oder b) sie unter­ver­mietet.

So viel zu möglichen Wohnformen von Menschen, deren Arbeit am Ort Online statt­findet. Aber wie lebt es sich eigentlich ohne die eigenen vier Wände? Ich meine, hat der Mensch nicht ein natür­liches Bedürfnis nach Raum?

Dem Wohnen auf den Fersen

 

Ja, hat er. Aber nicht zwangs­läufig danach, diesen auch zu „besitzen“. Wikipedia sagt: „Neben dem Bedürfnis nach Nahrung und Kleidung wird das nach einer Wohnung zu den mensch­lichen Grundbedürfnissen gerechnet.“ Aha! Wir wollen also doch alle irgendwie wohnen.

Das besagte Bedürfnis leitet sich davon ab, dass der Mensch evolu­ti­ons­be­dingt Schutz sucht. Vor Witterung, vor Diebstahl, vor körper­lichen Angriffen. Da haben wir jetzt tief in mensch­liche Veranlagungen geblickt – und sehen: diesen Unterschlupf bieten nicht zwangs­läufig nur die eigenen vier Wände. Hostels, Couchsurfing-Bleiben und AirBnB springen gerne für uns digitale Nomaden ein. Wir sind uns also einig, dass der Mensch nicht unbedingt einen Mietvertrag braucht, um seine Steinzeitbedürfnisse zu befrie­digen.

Ok. Aber warum hat die Zivilgesellschaft überhaupt mit dieser Wohnerei angefangen? Die Antwort lautet Ackerbau – die geerntete Nahrung musste gelagert werden. Und der Mensch hat sich zu seiner Ernte gesellt.

Das sind jetzt einige Blicke in die Vergangenheit. Und wir wagen noch einen. Nämlich auf den Begriff “wohnen”. Im Althochdeutschen sieht er so aus: wonên. Übersetzt heißt das so viel wie „zufrieden sein“, „bleiben“ – oder sogar „sein“. Wow – wohnen ist gleich sein, klingt ganz schön gewichtig. Ähnlich auch im Englischen: „live“ heißt leben und wohnen gleicher­maßen. Nicht zu schlagen ist natürlich der wohl deutscheste aller deutschen Begriffe: Heimat. Heimat kann man nicht übersetzen, das Wort gibt es in seiner tiefen Verbundenheit mit einem bestimmten Ort in keiner anderen Sprache. An der Stelle könnten wir ein riesen Fass aufmachen, das deutsch-deutsche Wort ergründen und uns so unserer Heimat nähern.

Tun wir aber nicht – weil wir digitalen Nomaden sie ja verlassen haben oder es noch wollen.

Raum ist überall

 

Gehen wir mal raus. Auch wenn der Wind uns um die Ohren peitscht oder uns die Sonne auf den Schädel brennt – irgendwie befinden wir uns auch in der Stadt und in der Natur immer in einer Art „Raum“. Was in einer Wohnung die vier Wände sind, wird in der Stadt von Häuserfassaden oder in der Natur von Bäumen ersetzt. Das sind letztlich raumbil­dende Elemente. Sie sind halt nach oben offen. Raum-Cabriolets könnte man sagen.

Selbst ein Horizont zieht eine visuelle Linie und lässt mich meinen Körper in einer Umgebung wahrnehmen. Ohne diese Raumgrenzen wären wir orien­tie­rungslos – total verloren. Ungefähr so, wie wenn man beim Tauchen nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Orientierung und die Wahrnehmung des eigenen Körpers sind also weitere Stichworte, wenn wir über das Thema Raum und Wohnraum sprechen. Und unter uns: Wo kann man sich selbst so verdammt gut wahrnehmen, wie in einer spekta­ku­lären Naturkulisse. Auf der Couch vor der Glotze jeden­falls nicht.

Sag mir wo du warst und ich sag dir wer du bist

 

Was sich in den Köpfen vieler junger Leute wirklich geändert hat, sind Statussymbole. Wie groß dein Auto ist? Interessiert mich nicht. Wie viel Kram du in deiner Wohnung rumstehen hast? Mir egal. Wir haben eine neue Währung: Erlebnisse.

Ob es jetzt „besser“ oder „schlechter“ ist, sich über besuchte Länder oder die Ledersitze seines Wagens zu definieren, möchte ich hier gar nicht beurteilen. Ich denke nur, dass sich die Art, wie wir uns definieren, ein Stück weit verschoben hat. Zum Beispiel werden wir auch immer mehr zu einer Gesellschaft, die sich Dinge teilt: Autos und Fahrräder in der Stadt, Geld auf Crowdfunding-Websites. Ein Anspruch gehört zu unseren Leben jeden­falls immer mehr: Freiheit und Selbstbestimmtheit.

Wie wir uns Raum aneignen

 

Zu all dem gehört auch, dass sich Work-Traveller neue Räume schaffen. Tarifa in Spanien ist momentan so ein Hotspot, an dem sich vor allem viele europäische Digitalnomaden zusam­mentun. Hier ist Johannes von WebWorkTravel der richtige Ansprechpartner.

Nach den USA und Deutschland hat Spanien die höchste Dichte an Coworking-Arbeitsplätzen – ein Auslöser hierfür ist die spanische Wirtschaftskrise. Konkret nutzen digitale Nomaden solche Orte, um sich mit seines­gleichen zu treffen. Man tauscht sich aus, hilft sich gegen­seitig mit Aufträgen, geht abends aus und reist vielleicht auch innerhalb der Gruppe weiter.

Für solche Cluster braucht es aber nicht unbedingt einen physi­schen Ort, sie können sich auch online bilden. Plattformen wie Nomadlist bieten die Möglichkeit, Orte auf ihre Nomadentauglichkeit zu überprüfen. Wahrscheinlich wichtigster Aspekt: Wie gut funktio­niert das Internet? Aber auch Faktoren wie Wetter, Arbeitsräume oder wie sicher die Stadt der Wahl ist, kann man hier erfahren. Und es gibt die wichtigsten Infos über Kapazitäten von Coworking-Spaces. Die nutzen Nomaden ja auch, um Leben und Arbeiten räumlich zu trennen, fast schon wie in einem klassi­schen Büro. Der Vorteil solcher Arbeitsstationen ist ähnlich: Es gibt auf jeden Fall Internet, Strom – und Kaffee.

Wohnformen Open End

 

Zu Beginn sind wir ja auf zwei Nomaden-Wohnformen einge­gangen: keine Wohnung zu haben oder die Wohnung unter­ver­mieten. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten (nicht) zu wohnen: Housesitting, einen eigenen Camper – oder auch die Home-Base-Variante. Einige Digitalnomaden behalten ihre Home Base – in Deutschland genauso wie auf Bali – sind einige Monate im Jahr an diesem festen Ort, um andere Monate zu reisen. Ich habe selbst auch wieder eine Homebase, bzw. mehrere.

Nach 3 Jahren auf Achse, habe ich mich stückweit wieder nach eigenen 4 Wänden gesehnt. An einen Ort binden wollte ich mich aber nicht. Ich lebe vielmehr ein Konzept von Multilokalität und kehre regel­mäßig an eine Hand voll Orte zurück, die für mich “zuhause” sind, wo ich mich wohl fühle, wo ich Leute kenne und Anlaufstellen habe. Chiang Mai in Thailand ist für mich z.B. so ein Ort.

So habe ich für mich das Modell erschlossen, an verschie­denen Orten weltweit Apartments anzumieten, diese so einzu­richten, dass ich mich dort heimisch fühle und sie stark gewinn­bringend unter­zu­ver­mieten, während ich selbst nicht vor Ort bin. Hier kannst du mehr dazu erfahren, wie ich mit Airbnb Geld verdiene.  Das Ganze lässt es sich komplett automa­ti­sieren und aus der Ferne betreiben. Mit den Einnahmen kannst du schnell einen Großteil deiner monat­lichen Ausgaben decken und je nach Art und Standort sogar komplett davon leben.

Und ja klar, es gibt auch Digitalnomaden, die überhaupt nicht reisen. Sie sind halt nicht in einem klassi­schen Ich-bin-der-Angestellte-und-du-der-Chef-(und-hier-steht-ein-Fax-)Verhältnis angestellt. Oder arbeiten einfach gern von der eigenen Couch aus. Essentiell ist nur die Möglichkeit des ortsun­ab­hän­gigen Arbeitens.

Insofern gibt es bei der Frage, ob man auf Dauer seine eigenen vier Wände braucht, kein Schwarz oder Weiß. Fakt ist, dass wir uns immer irgendwo Räume schaffen. Aber trotzdem: Theoretisch kann das Grundbedürfnis nach Raum dauerhaft ohne Mietvertrag gestillt werden.

In einer Sache muss man jeden­falls keinen Unterschied zwischen Otto Normalwohner und Mister Rastlos machen: beide suchen sich spätestens für die Nacht irgendeine Form von Schutzhöhle.

Work smart, not hard.

Check it out!

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7 Kommentare
  • Hausschuhexperte
    Veröffentlicht am 26 Mai 2016 um 00:47 Uhr Antworten

    Hallo Bastian,
    da hier noch niemand kommen­tiert hat, mache ich es mal, obwohl es vielleicht nicht die Reaktion ist, die Du Dir beim Schreiben erhofft hast.
    Manchmal regen aber Gegenpole auch zur Diskussion an, und es nicht mein Ziel, Deine Sichtweisen zu kriti­sieren, sondern eher zum Nachdenken anzuregen.
    Dass der Ackerbau der Grund für Sesshaftigkeit ist, ist natürlich eine recht einseitige Interpretation.
    Ich nenne mal die Gegenthese, dass Nomadentum damit zu tun hatte, dass ein Verharren an einem Ort nicht immer möglich war, weil die Beutetiere mobil waren oder Gehaltene Herden die natür­lichen Weidegründe abgegrast haben und Mobilität somit notwendig war.
    Höhlenmalereien zeigen ja, dass man gerne und lange in Höhlen sich aufge­halten hat.
    Nomadentum würde ich also eher als eine Notwendigkeit und weniger als Tugend sehen.
    Flüchtlinge sind eigentlich ‘erzwungene Nomaden’.
    Nun geht es also um die ‘Glorifizierung des digitalen Nomadentums’
    Gut, wir sind uns sicherlich einig, dass Besitz bindet und eine gewisse Abhängigkeit schafft.
    Hausbesitz und Grundeigentum haben sich in den letzten Jahrhunderten als solide Anlagen erwiesen, sofern sie in politisch stabilen Gegenden erworben wurden.
    Nun kann man natürlich argumen­tieren, dass Erlebnisse und Kontakte einen höheren Stellenwert haben als eine Immobilie oder gar eine Home-Base zur Miete.
    Virtuelle Kontakte und kurzfristige Kontakte in aller Welt bekommen aber erst dann einen echten Wert, wenn es einem mal nicht so gut geht, sei es aus gesund­heit­lichen oder sonstigen Gründen.
    Erst dann zeigt sich, welche Beziehung zu Menschen einen echten Wert darstellen, und vermutlich werden es nur die Beziehungen sein, die eine feste örtliche Basis haben und oft genug gepflegt wurden.
    Wenn also das digitale Nomadentum als tolle Lebensform gepriesen wird, dann sollte man sich vor Augen halten, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt.
    In den späten 70-er Jahren habe ich junge Menschen in Nepal getroffen, die dort auch die große Freiheit erwartet und gespürt hatten. Aber plötzlich lief es nicht mehr so wie erwartet und das große Elend war angesagt.
    Bastian macht seinen (neuen) Weg seit einem Jahr????, und erzählt hier von einer Lebensform, die gerade mal den Zeitgeist trifft, weil sie Sehnsüchte erfüllt. Keinen blöden Chef haben, selbst bestimmen, wo man was wann macht. Das klingt doch super!
    ich habe vermutlich 30 Lebensjahre mehr auf der Uhr ( bin selbst Chef) und rate zu einem vernünf­tigen Plan B und einer (Eigentums)Homebase mit stabilen Freundschaften und Beziehungen.
    Digitales Nomadentum ist keine Notwendigkeit, sonder bei Einigen eher eine Not.
    Das Geschäftsmodell ist nicht lukrativ genug, zu hause gibt es Stress und Probleme etc.

    PS (letzter Gedanke): am letzten Wochenende war ich in Berlin. Da gab am Tiergarten es eine Gedenkstätte ( die ich noch nicht kannte) für Sinti und Roma im Dritten Reich.
    Das waren damals quasi ‘modernere Nomaden’ als die anfangs erwähnten Nomaden, die von Tieren in irgend einer Form abhängig waren.
    Die wurden aber als ‘Zigeuner’ bezeichnet. und letzt­endlich verfolgt.
    Momentan gilt es ja als sehr clever, sich im Hinblick auf Steuern und sonstigen Verpflichtungen als digitaler Nomade bestimmten Verpflichtungen zu entziehen.
    Wie lange das gut geht, bitte ich hier vielleicht mal kritisch zu bedenken.

    Ich hoffe, es war nicht zu kritisch.

  • Hausschuhexperte
    Veröffentlicht am 15 Juni 2016 um 01:38 Uhr Antworten

    Ich habe soeben das fesselnde Buch einer modernen Nomadin (Bronnie Ware => 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen) beendet, da ich diese 5 Punkte bei einer feier­lichen Rede für Abiturienten verwenden möchte.beim Lesen ist mir in den Sinn gekommen, das die austra­lische Autorin genau so gut office​flucht​.de als Blog hätte beginnen können.
    Auch da ist das zentrale Thema: Selbstverwirklichung und Beendung von Fremdbestimmung.
    Ob Sterbebegleitung oder FBA ist in meinen Augen gar nicht das zentrale Thema.
    Meine Erfahrung zeigt aber, dass man beide Bereiche nich langjährig durch­halten kann.
    Beide Bereiche (Sterbebegleitung und FBA) habe ich mal 2 Monate auspro­biert und erkannt, dass es dauerhaft überfordern kann.
    Die Autorin hat ca. 8 Jahre Sterbebegleitung und Nomadentum prakti­ziert und man sollte sich die Facetten ihrer Geschichte mal genauer ansehen, weil es ein wirklich gut geschrie­benes Buch ist.
    Ich betreue aber auch einen 105-jährigen Mann, der in 6 Tagen 106 Jahre alt wird.
    Im Angesicht seines Alters muss man viele Dinge auch als ‘Modeerscheinung’ werten.
    Wer das Buch nicht selbst lesen möchte, muss sich mit meiner Interpretation zufrieden geben.
    Die Autorin hat ihren Bankjob geschmissen (office­flucht) und daraufhin begonnen ein selbst­be­stimmtes Leben ohne festen Wohnsitz und Besitz zu führen.
    Housesitting wurde von ihr beispiels­weise gerne prakti­ziert.
    Am Ende des Buchs stand bei ihr die Selbstfindung und die Sehnsucht nach eigenen vier Wänden.

    Seit vorgestern habe ich übrigens Kontakt zu ‘Zwangs-Nomaden’, d.h. zwei 18-jährige Syrer, die vor einem Jahr alleine ( ohne Eltern und Familie) nach Deutschland gekommen sind. Wenn man sich mit deren Situation beschäftigt, dann ist Officeflucht ein Luxusproblem.
    Der Eine fragte mich nach einem Namen, der deckungs­gleich mit meinem ‘105-jährigen Schützling’ war.
    Es stellten sich zwei kuriose Dinge heraus.
    1. der alte Mann hatte dem syrischen Jungen 1.000 Euro gespendet
    2. der junge Syrer hatte an drei Wettbewerben von ‘Jugend forscht’ teilge­nommen und sowohl in Physik, Mathe und Chemie einen Preis gewonnen. ( das ganze 9 Monate nach seiner Flucht!)

    Was hat Nomadentum damit zu tun?
    Ich glaube, dass der junge Syrer mit seiner Flucht alles auf eine Karte gesetzt hat und besonders fokus­siert war und ist.
    So gesehen kann ein Ortswechsel und eine Reduzierung auf die wichtigsten Utensilien ein wichtiger Schritt zur Entfaltung neuer Oder versteckter Fähigkeiten sein. Die Situation, nichts mehr verlieren zu können setzt ungeahnte Kräfte frei.
    Aber!
    Nach einer Phase des Besonderen und der Anspannung folgt irgend wann eine Phase des Gewöhnlichen und der Entspannung.
    Man kann m.E. darüber disku­tieren wann, aber nicht ob.

    • Bastian
      Veröffentlicht am 22 Juni 2016 um 21:23 Uhr Antworten

      Hey mein Lieber. Mittlerweile freue ich mich jedes Mal richtig über deinen Input 😀
      Erstmal danke für den Buchtipp und sorry für die späte Antwort.

      Ich bin absolut bei dir. Es ist nunmal so, dass wir uns selbst nicht im luftleeren Raum entwi­ckeln. Wir sind die Summe unserer Erfahrungen, der Impulse die wir durch unsere Umwelt erfahren und der Menschen, die unseren Weg kreuzen. Auf Reisen sogar sicher mehr als zuhause. Ich kenne mittler­weile jede Menge Dauerreisende. Die einen können sich nie wieder etwas anderes vorstellen und die anderen merken mit den Jahren, dass sie nun doch wieder das Bedürfnis nach Sesshaftigkeit haben. Und das ist völlig legitim und auch schön. Wir entwi­ckeln uns stets weiter. Wer weiß, was du, ich oder andere Leser in 2-3 Jahren für einen Standpunkt vertreten? Und das ist auch eigentlich das reizvolle an der ganzen Sache. Was ich persönlich stets vermeiden möchte, ist die Zukunft irgendwie abschätzen zu können. In Nomadenkreisen ist das Lebensmotto “Go with the flow” stark verbreitet und der “Flow” kann ja in jede Richtung gehen. Hauptsache man findet einen Weg zur Autonomie, so dass man jederzeit den Weg einschlagen kann, der einen glücklich macht. Wenn auch nur für die nächsten Wochen, Monate oder – wer weiß – gar für lange Zeit.

      Danke für dein Beispiel mit dem Syrier. Wir sind so privi­le­giert selbst entscheiden zu können, ob wir Nomaden sein möchten, oder nicht.

      Beste Grüße

  • Ciccio
    Veröffentlicht am 21 Juni 2016 um 22:28 Uhr Antworten

    Moin Bastian,

    schöner Beitrag!
    Dann bin ich, ohne es zu wissen einer von euch… ein digitaler Nomade, Nice! Arbeite in der IT und lebe für 6 Monate in einem Zelt! Neben der Tatsache, dass ich dadurch den schweitzer Mietpreisen einen grossen F***cker zeige gibt mir mein Beduiner-Lifestyle ein Gefühl von Freiheit und Flucht vor der Spießigkeit. Allg. finde ich meine Generation (+/- 30 Jährige) viel zu spießig für di Möglichkeiten heute.
    Zu deinen Gedanken über die Grundbedürfnisse der Menschen, wäre noch die Rolle der Frau zu bedenken. Allzu oft habe ich selber erfahren und bei anderen gesehen, dass viele Frauen eher dazu neigen kein Nomadenleben zu führen. Eher drängen sie die Männer dazu, eine sichere Arbeit aufzu­nehmen anstatt sie dabei zu unter­stützen, die eigenen Träume zu verfolgen.

    • Bastian
      Veröffentlicht am 22 Juni 2016 um 21:29 Uhr Antworten

      Ciccio!
      Dank dir für deinen Kommentar. Ein Nomade im eigent­lichen Sinne. Ziemlich cool. Schreib mir gern mal ne Email über deinen Lifestyle. Würde mich inter­es­sieren.
      Beste Grüße

  • Isabel
    Veröffentlicht am 20 August 2016 um 18:16 Uhr Antworten

    Hey Bastian,

    eigentlich bin ich durch Deinen Artikel zur VGWort auf Deiner Seite gelandet, naja und dann war es wie so oft… ich schau nur mal gaaanz kurz was Du sonst noch so machst… das war vor 2,5 Stunden !
    Erstmal, schicke Seite, toller Blog ! Auf Deine ” wechselnde Leiste” ( keine Ahnung wie man das nennt) oben auf der HP bin ich schon etwas neidisch ! 🙂
    Jetzt aber zu diesem Artikel… also ich finde es ja immer super inter­essant, mehr über das ” Nomadenleben” zu erfahren, schließlich gibt es ja ikmmer noch was dazu zu lernen… So gerne ich auch mit meinem alten Womo unterwegs bin, aber ich muss schon sagen, ich freue mich nach vielen Wochen oder Monaten die ich unterwegs war, auch immer wieder auf meine Wohnung… die übrigens nicht unter­ver­mietet ist.
    Vielleicht bin ich da eine Ausnahme, oder sowas wie ein Teilzeit Nomade… keine Ahnung, aber ich könnte mir nie vorstellen keinen festen Lebenspunkt mehr zu haben.
    Was mich mal inter­es­sieren würde… ist so ein Leben, das sich NUR NOCH ” unterwegs” abspielt, nicht auf Dauer echt anstregend und stressig ???
    Also ich hab zumindest mein altes Wohnmobil, und somit immer ein ” Heim”… ein Bett… ein Klo…. eine Dusche!
    Aber ist es nicht irgendwann echt anstrengend, wenn man weiß, ok das Zimmer kann ich noch 3 Nächte buchen und dann und was ist wenn die Aufträge nicht so gut laufen? Reisen auf Teufel komm raus ???
    Ehrlich, ich BEWUNDERE jeden, der sich komplett auf so ein Backpacker- Nomaden- Life einlässt… mit einem Wohnmobil ist das ganze wohl nur halb so krass, aber ich glaube ( bisher) mich würde die Ungewissheit echt fertig machen…

    Vielen Dank für Deine vielen, vielen Infos… Ich hab durch Dich heute wieder ganz viele neue Seiten und ” Communitys” gefunden, klasse!

    LG Isa

    • Bastian
      Veröffentlicht am 26 August 2016 um 10:49 Uhr Antworten

      Hey Isa,

      dank dir vielmals für deinen Kommentar und das Lob 🙂

      Naja, ich denke, dass man das erstmal für sich heraus­finden muss. Aktuell habe ich ja noch einen Wohnsitz in Deutschland. Aber da ich aktuell schon nur die Hälfte des Jahres da bin, werde ich diesen nun zum Jahresende aufgeben, weil ich stetig den Drang habe, mal ohne Rückflugticket loszu­ziehen, auf ungewisse Zeit und mich treiben zu lassen. Man lernt auf Reisen so viele inter­es­sante Menschen kennen, die ihre Reiseerfahrungen und -empfeh­lungen mit dir teilen und dann ist es toll einfach spontan weiter- oder mitziehen zu können. Wie lange sich das dann alles wie Abenteuer anfühlt bevor man sich wieder nach einem festen zuhause sehnt, dass muss man für sich selbst heraus­finden. Aber generell bin ich auch kein Freund vom schnellen Reisen. 3 Tage hier, 5 Tage hier… Da kann man nicht vernünftig arbeiten und so richtig kennen­lernen tut man so weder die Orte, noch die Menschen die diese Orte mit ausmachen. Ich bleibe eigentlich nach Möglichkeit mindestens einen Monat an einem Ort und dann fühlt sich auch die AirBnB wie nachhause kommen an 🙂

      Liebe Grüße

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